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Libysche Jihadistengruppe Ansar al-Sharia löst sich auf

Der Verlust der ganzen Führungsspitze hat zur Auflösung der Terrororganisation geführt. Die Extremisten rufen gleichzeitig «revolutionäre Gruppen» zur Bildung einer Einheitsfront auf.

Rauch und Flammen entstehen während des Kampfes der Ansar al-Sharia gegen die Truppen des Rebellenkommandanten Chalifa Haftar in Bengasi. (2. Juni 2014)
Rauch und Flammen entstehen während des Kampfes der Ansar al-Sharia gegen die Truppen des Rebellenkommandanten Chalifa Haftar in Bengasi. (2. Juni 2014)
EPA/MAHER ALAWAMI, Keystone

Die libysche Jihadistengruppe Ansar al-Sharia hat ihre Auflösung bekanntgegeben. Die Gruppe erklärte am Samstag im Internet, sie bestehe nicht mehr. Sie begründete ihren Schritt mit heftigen Verlusten.

Diese habe sie in den Kämpfen mit den Truppen des Rebellenkommandanten Chalifa Haftar erlitten. Dabei sei auch die gesamte Führung der Gruppe getötet worden. Die Extremisten riefen andere «revolutionäre Gruppen» und Schura-Räte zur Bildung einer Einheitsfront auf.

Angeführt vom «Einäugigen»

Ansar al-Sharia wird von den USA und den Vereinten Nationen als Terrororganisation eingestuft. Auch das libysche Parlament bezeichnete die Gruppe als «Terroristen». Ihr werden Verbindungen zu dem Terrornetzwerk al-Qaida nachgesagt. Ende 2014 verhängte die Schweiz Sanktionen gegen die Gruppe.

Die USA machen Ansar al-Sharia für den Anschlag auf ihr Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi vom 11. September 2012 verantwortlich. Dabei wurden der US-Botschafter Christopher Stevens sowie drei weitere US-Bürger getötet.

Die Miliz war unter anderen vom berüchtigten algerischen Jihadistenführer Mokhtar Belmokhtar gelenkt worden. Belmokhtar, der auch als «der Einäugige» bekannt ist, hat unter Extremisten einen mythischen Ruf. Er war im April 2013 und erneut im Juni 2015 nach einem US-Luftangriff in Libyen für tot erklärt worden – doch später tauchte er jedes Mal wieder auf.

SDA/foa

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