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Luftbrücke für belagerte Syrer geplant

Die eingeschlossenen Zivilisten in den belagerten syrischen Städten sollen mit Hilfslieferungen aus der Luft versorgt werden.

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Die Grossmächte verabreden weitere Hilfslieferungen: Verzweifelte Syrierin sitzt in der Nähe von Aleppo vor ihrem zerstörten Haus. (Archivbild)
Die Grossmächte verabreden weitere Hilfslieferungen: Verzweifelte Syrierin sitzt in der Nähe von Aleppo vor ihrem zerstörten Haus. (Archivbild)
Ali Mustafa, Keystone

Die Menschen in den belagerten Städten in Syrien sollen Hilfe aus der Luft erhalten. Sollte die UNO bis zum 1. Juni keinen Zugang zu den Bedürftigen erhalten, müsse das Welternährungsprogramm (WFP) eine humanitäre Luftbrücke einrichten, sagte US-Aussenminister John Kerry heute nach Beratungen der Syrien-Kontaktgruppe in Wien.

Die Diplomaten haben Schritte vereinbart, die brüchige Feuerpause im syrischen Bürgerkrieg zu einem umfassenden Waffenstillstand weiter zu entwickeln. Auch auf die syrischen Regierungstruppen werde Druck ausgeübt werden, rücksichtslose Angriffe einzustellen, unter denen die Zivilbevölkerung leide.

«Ein Ziel, keine Deadline»

Kerry räumte aber auch ein, dass ein Haupthindernis für einen umfangreichen Waffenstillstand noch nicht überwunden sei: die Vielzahl und Zersplitterung der Bürgerkriegsparteien. Es gebe viele widerstreitende Interessen, die unter einen Hut gebracht werden müssten, erklärte der amerikanische Chefdiplomat. «Die an diesem Konflikt beteiligten Parteien mit widerstreitenden Zielen müssen dem Frieden Priorität geben», sagte Kerry. Solange das nicht geschehe, seien im Bestreben nach einer Beendigung der humanitären Katastrophe in Syrien nur kleine und befristete Schritte möglich.

Die Hoffnung, der politische Übergang in Syrien könne bald starten, wurde indes kleiner: Der bislang anvisierte 1. August sei «ein Ziel, keine Deadline», sagte Kerry.

Steinmeier hofft auf Wiederaufnahme der Friedensgespräche

In Syrien war Ende Februar eine landesweite Waffenruhe in Kraft getreten. Ausgenommen sind nur Dschihadistengruppen wie der Islamische Staat (IS) und die Al-Nusra-Front. Die Waffenruhe war zuletzt aber immer wieder gebrochen worden, vor allem in der umkämpften Grossstadt Aleppo.

Wegen der wiederaufgeflammten Kämpfe hatte sich die Opposition im April aus den Genfer Friedensgesprächen zurückgezogen. «Es muss so bald wie möglich eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche beginnen», sagte der deutsche Aussenminister Frank-Walker Steinmeier.

Die Kontaktgruppe besteht aus 17 Staaten und drei internationalen Organisationen: der UNO, der EU und der Arabischen Liga. Ihr gehören neben Unterstützern der syrischen Opposition unter anderen auch Russland und der Iran an, die auf der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stehen.

(sda/afp)

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