Bemühungen um Waffenruhe sind gescheitert

Nachdem militante Palästinenser israelisches Grenzgebiet angegriffen hatten, hat die israelische Luftwaffe nun ihrerseits reagiert.

Wieder flogen Raketen: Explosionen in Gaza Stadt nach Angriffen von Israel. (25. März 2019)

Wieder flogen Raketen: Explosionen in Gaza Stadt nach Angriffen von Israel. (25. März 2019) Bild: Majdi Fathi/AFP

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Nach neuen Angriffen militanter Palästinenser auf Israels Grenzgebiet attackierte die israelische Luftwaffe am Dienstagabend wieder Ziele in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer. Damit sind Bemühungen um eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas vorerst gescheitert.

Israels Armee teilte mit, es seien mehrere Hamas-Einrichtungen getroffen worden. Anschliessend hätten in der nahen Küstenstadt Aschkelon Alarmsirenen geheult. Es sei erneut eine Rakete aus dem Gazastreifen abgefeuert worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde das Geschoss von Israels Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen.

Nur zwei Wochen vor einer Parlamentswahl in Israel schaukelt sich der Konflikt mit der feindlichen Hamas-Organisation damit weiter gefährlich hoch. Das israelische Fernsehen meldete, an der Gaza-Grenze stünden Panzerverbände der israelischen Armee bereit.

Militante Palästinenser feuerten bereits am Dienstagnachmittag erneut eine Rakete aus dem Gazastreifen Richtung Israel, wie die Armee mitteilte. Nach israelischen Medienberichten hatten militante Palästinenser ausserdem trotz einer am Vorabend verkündeten Waffenruhe erneut Ballons mit Sprengsätzen nach Israel geschickt.

Truppenentsendung geplant

Israel will wegen der Spannungen mit der Hamas weitere Truppen an den Rand des Palästinensergebiets schicken. Generalstabschef Aviv Kochavi habe beschlossen, eine weitere Infanterie-Brigade sowie ein Artillerie-Bataillon in den Süden Israels zu verlegen, teilte die Armee am Dienstag mit. Diese Entscheidung sei Ergebnis einer Beratung mit Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu. Netanyahu hat auch das Amt des Verteidigungsministers inne.

Netanyahu hatte zuvor weitere Militäraktionen gegen die Hamas angedroht. Wegen der neuen Eskalation in Nahost hatte der Regierungschef seine USA-Reise verkürzt. Er landete am Dienstagmittag in Israel.

Israels Luftwaffe habe in den vergangenen 24 Stunden wichtige Hamas-Einrichtungen zerstört, sagte Netanyahu bei einer Video-Liveschalte bei der Jahrestagung der israelisch-amerikanischen Lobbyorganisation Aipac in Washington. «Wir sind bereit, noch viel mehr zu tun. Wir werden tun, was zur Verteidigung unseres Volkes und unseres Staates notwendig ist.»

Waffenruhe nicht eingehalten

Der Hamas-Sprecher Fausi Barhum hatte am Montagabend eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe verkündet. Danach feuerten militante Palästinenser aber weiter Raketen ins israelische Grenzgebiet.

Israel reagierte mit den Luftangriffen auf einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen, bei dem am Montag ein Haus nordöstlich von Tel Aviv zerstört worden war. Sieben Menschen erlitten Verletzungen, darunter Kleinkinder. Israels Armee machte die Hamas für den Angriff verantwortlich.

Israels Luftwaffe zerstörte daraufhin am Montag drei Gebäude der Hamas in Gaza, darunter das Büro des Hamas-Chefs Ismail Hanija. Insgesamt seien sieben Palästinenser verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit.

Nach Angaben von Marc Frings, Büroleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah, fehlt der Hamas der Rückhalt in der Bevölkerung für eine weitere militärische Konfrontation mit Israel. «In der Vergangenheit konnte sie mittels Gewalt gegen Israel von eigenen Unzulänglichkeiten ablenken und die Reihen hinter sich schliessen», sagte Frings der Nachrichtenagentur DPA. «Das funktioniert nun nicht mehr.»

Dringlichkeitssitzung beantragt

In den USA hatte Präsident Donald Trump in Gegenwart des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu die Souveränität Israels über die Golan-Höhen anerkannt.

Syrien hat nun deshalb eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt. Das verlautete am Dienstag aus Diplomatenkreisen in New York. Frankreich, das derzeit den Vorsitz über das wichtigste UN-Gremium hat, muss nun ein Datum festlegen. Einer der 15 Mitgliedstaaten des Sicherheitsrates könnte aber eine Verfahrensabstimmung beantragen und damit eine Dringlichkeitssitzung verhindern. (sda/afp)

Erstellt: 27.03.2019, 01:17 Uhr

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