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Maliki bleibt sich treu

Die Weigerung des Premiers, eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden, ist eine Katastrophe für den Irak.

Dem irakischen Premier steht sein Charakter ins Gesicht geschrieben: unduldsam, stur, uneinsichtig. Auch jetzt, da das arabische Land in einem Bürgerkrieg zwischen den muslimischen Religionsgruppen zu versinken droht, bleibt er seinen schlechtesten Eigenschaften treu. Die Forderung, die verfeindeten Schiiten und Sunniten mit der Bildung eines Kabinetts der nationalen Einheit wenigstens im Ansatz politisch zu vereinen, wischt Maliki mit einem jede Vernunft beleidigenden Argument vom Tisch: Damit würde «dem Wähler seine Stimme gestohlen» und «der junge demokratische Prozess im Irak» gestört.

Demokratie? Im Irak? Unter Maliki? Ein Witz. Der Premier hat sich in seinen zwei Amtszeiten als Möchtegerndiktator erwiesen, der möglichst viel Macht in seinen eigenen Händen konzentriert hat und dennoch unfähig ist, sein Land und seine 20 Millionen Bürger zusammenzuhalten. Maliki hatte den Irak schon vor dem Ausbruch der jüngsten Kämpfe faktisch dreigeteilt: Schiiten, Sunniten und Kurden haben sich nichts mehr zu sagen. Dieses Versagen lässt sich auch mit dem Verweis auf die jüngsten Parlamentswahlen nicht wegdiskutieren. Ein Wahlsieg ist kein Freifahrtschein, mit dem ein selbstsüchtiger Regierungschef sein Land in den Abgrund führt.

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