Malis Regierung tritt geschlossen zurück

Die Regierung Malis um Ministerpräsident Soumeylou Boubèye Maiga ist einer Vertrauensabstimmung zuvorgekommen und hat demissioniert.

Die Gründe für den Rücktritt sind nicht bekannt: Ministerpräsident Soumeylou Boubèye Maiga. (Archivbild)

Die Gründe für den Rücktritt sind nicht bekannt: Ministerpräsident Soumeylou Boubèye Maiga. (Archivbild) Bild: Issouf Sanogo/AFP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Regierung des westafrikanischen Krisenlandes Mali unter Ministerpräsident Soumeylou Boubèye Maiga ist zurückgetreten. Präsident Ibrahim Boubacar Keita habe das am Donnerstag eingereichte Rücktrittsgesuch des Regierungschefs und seines Kabinetts angenommen.

Dies teilte das Präsidialbüro in der Nacht zu Freitag über Twitter mit. Maiga kam damit einer Vertrauensabstimmung im Parlament zuvor. Zuletzt hatte es angesichts zunehmender Gewalt in dem afrikanischen Krisenstaat Massenproteste gegen den Regierungschef gegeben.

Keine Gründe genannt

Ein Nachfolger für Maiga und eine neue Regierung würden in Kürze ernannt – «nach Beratungen mit allen politischen Kräften der Mehrheit und der Opposition». Gründe für den Abtritt der Regierung wurden nicht genannt.

Der seit 2013 amtierende Staatschef Keita hatte die von Betrugsvorwürfen der Opposition überschattete Präsidentenwahl im August gewonnen. Allerdings hat sich die Sicherheitslage in dem westafrikanischen Staat während seiner Amtszeit verschlechtert. Bewaffnete Gruppen greifen neben Zivilisten auch immer wieder einheimische und internationale Streitkräfte an.

Gefährlicher Blauhelmeinsatz

Mitte März sorgte eine bewaffnete Attacke auf das Dorf Ogossagou mit 160 Toten für Entsetzen. Für den blutigen Angriff auf das Dorf der Volksgruppe der Fulbe wurden Jäger der Volksgruppe der Dogon verantwortlich gemacht.

Seit 2013 gibt es eine Uno-Friedensmission in Mali, sie gilt als gefährlichster Blauhelmeinsatz weltweit. Vor allem im Norden Malis greifen radikale Islamisten die Blauhelme immer wieder an, während sich im Zentrum des Landes gewaltsame ethnische Konflikte zuspitzen. Mit seinen gut 18 Millionen Einwohnern gehört Mali einem Uno-Index zufolge zu den zehn ärmsten Staaten der Welt. (chk/sda)

Erstellt: 19.04.2019, 04:03 Uhr

Artikel zum Thema

Zwei deutsche Soldaten sterben bei Helikopterabsturz in Mali

Erstmals seit zwei Jahren kommen bei einem Auslandeinsatz Bundeswehrsoldaten ums Leben. Die Unfallursache eines Kampfhelikopters in Mali ist noch unklar. Mehr...

Bewaffnete stürmen Militärcamp der EU

In der Hauptstadt von Mali haben Unbekannte die Militärmission der Europäischen Union angegriffen. Mindestens ein Angreifer ist ums Leben gekommen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Sweet Home 15 Inspirationen für Kinder(t)räume

Michèle & Friends Dating: Analog funkts auch

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Das erste Weisshandgibbon Baby des Skopje Zoos steht in seinem Gehäge neben seiner Mutter. (20. Mai 2019)
(Bild: Robert Atanasovski) Mehr...