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Mehr als 100 Tote bei Kämpfen zwischen IS und Stämmen in Libyen

Innerhalb von drei Tagen sind in der libyschen Stadt Sirte 106 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer gehörten einem Stamm an, der sich weigerte, sich dem IS zu unterwerfen.

Konflikt: Libysche Kämpfer bereiten sich im März 2015 auf einen Angriff gegen die Terrormiliz IS vor.
Konflikt: Libysche Kämpfer bereiten sich im März 2015 auf einen Angriff gegen die Terrormiliz IS vor.
STR, Keystone

In Sirte, der Heimatstadt des 2011 gestürzten libyschen Machthabers Muammar Gaddafi, toben laut einem Medienbericht heftige Kämpfe zwischen lokalen Stammesangehörigen und Anhängern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Innerhalb von drei Tagen seien dabei mindestens 106 Menschen getötet worden.

Dies berichtete der Nachrichtensender al-Arabiya am Freitag unter Berufung auf offizielle Kreise. Die meisten Opfer gehörten dem Ferschan-Stamm an, der sich geweigert habe, sich dem IS zu unterwerfen.

Dabei gehen die Jihadisten brutal vor: Nach Berichten lokaler Medien stürmten IS-Anhänger am Freitag ein Spital und töteten 22 verletzte rivalisierende Milizionäre, deren Leichname sie anschliessend verstümmelten. Das Spital setzten sie zur Abschreckung in Brand, berichtete das Nachrichtenportal «Al-Wasat».

Vorwurf Völkermord

Der IS hatte im Februar weite Teile von Sirte, 450 Kilometer östlich von Tripolis, erobert und die Stadt im Mai komplett unter seine Kontrolle gebracht. Die Jihadisten nutzten das Machtvakuum in dem ölreichen Land aus, wo sich zwei Regierungen und zahlreiche Milizen gegenseitig bekämpfen.

Der Chef der international anerkannten libyschen Regierung in Tobruk, Abdullah al-Thinni, warf dem IS in einer in der Nacht auf Freitag veröffentlichten Erklärung vor, einen Völkermord zu verüben. Er rief die UNO auf, das 2011 gegen Libyen verhängte Waffenembargo aufzuheben.

SDA/kko

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