Zum Hauptinhalt springen

Menschliche Schutzschilde in Bani Walid

Die Milizen des gefallenen libyschen Regimes verlieren im Kampf gegen die Rebellen weiter an Boden. Nur in Bani Walid gibt es noch heftige Gegenwehr. Derweil hat die Nato ihren Einsatz in Libyen verlängert.

Aus vollen Rohren: Rebellen schiessen vor Sirte Raketen ab. (24. September 2011)
Aus vollen Rohren: Rebellen schiessen vor Sirte Raketen ab. (24. September 2011)
Reuters
Warten auf den Sieg? Libysche Rebellen in der Nähe von Bani Walid. (22. Sepember 2011)
Warten auf den Sieg? Libysche Rebellen in der Nähe von Bani Walid. (22. Sepember 2011)
Keystone
«Die Strategie in Bani Walid heisst abwarten», sagt ein Sprecher des Übergangsrats: Die Kämpfer hinter der Frontlinie füllen ihre Zeit mit Spässen. (10. September 2011)
«Die Strategie in Bani Walid heisst abwarten», sagt ein Sprecher des Übergangsrats: Die Kämpfer hinter der Frontlinie füllen ihre Zeit mit Spässen. (10. September 2011)
AP/Keystone
1 / 26

Die Truppen des libyschen Übergangsrats haben im Kampf um die letzten Bastionen von Muammar al-Ghadhafi weitere Geländegewinne erzielt. Nur in der Stadt Bani Walid kommen sie nach Angaben von Medien der Ghadhafi-Gegner nicht voran.

Einer ihrer Kommandanten sagte der Zeitung «Qurayna al-Jadida», die Soldaten und Söldner Ghadhafis in Bani Walid benutzten Zivilisten als menschliche Schutzschilde. In der Nacht zum Dienstag seien in der Stadt elf junge Männer «abgeschlachtet» worden, weil man sie der Zusammenarbeit mit den Ghadhafi-Gegnern verdächtigt habe.

Sirte so gut wie gefallen

Ein anderer Kommandant sagte dem TV-Sender al-Arabiya, 90 Prozent der Ghadhafi-Geburtsstadt Sirte seien inzwischen unter der Kontrolle der Revolutionäre. Auch aus der Wüstenstadt Sebha wurden militärische Erfolge vermeldet. Die einstigen Aufständischen, deren Übergangsrat inzwischen international anerkannt ist, gehen davon aus, dass sich der im August verschwundene Ghadhafi in einer der drei Städte oder in einem Versteck in der Wüste aufhält.

Die Menschen in der Hauptstadt Tripolis beschäftigt derzeit vor allem die Suche nach Ghadhafi und die Zusammensetzung der neuen Regierung, die Anfang Oktober gebildet werden sollen. Die Gespräche des Übergangsrates bei den Vereinten Nationen in New York, wo gestern Dienstag die Fahne des «neuen Libyen» aufgestellt wurde, finden dagegen weniger Beachtung.

Nato bleibt länger in Libyen

Derweil hat die Nato heute beschlossen, ihren Militäreinsatz in Libyen auch nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Ghadhafi zunächst fortzusetzen. Die Nato-Länder verlängerten das Mandat für den Einsatz um 90 Tage, wie ein Nato-Diplomat heute in Brüssel mitteilte.

Die Nato hatte das Kommando über den Militäreinsatz in Libyen Ende März übernommen. Die Allianz stützt sich dabei auf eine UN-Resolution, die ein Eingreifen zum Schutz der Zivilbevölkerung in dem nordafrikanischen Land erlaubt. Mit Luftangriffen auf Ziele am Boden, der Durchsetzung einer Flugverbotszone sowie eines Waffenembargos unterstützte die Nato aber de facto die Rebellen im Kampf gegen Ghadhafi und dessen Truppen.

Starker Widerstand

Wie die Nato heute in Brüssel mitteilte, flog sie seit Ende März 23'350 Lufteinsätze, darunter 8751 Kampfeinsätze. Deutschland beteiligt sich nicht aktiv an dem Militäreinsatz. Die Rebellen kontrollieren inzwischen den Grossteil des Landes. In Ghadhafis Heimatstadt Sirte und der Wüstenstadt Bani Walid leisten die Anhänger des langjährigen Machthabers jedoch weiter Widerstand.

Das bisherige, bereits einmal verlängerte Mandat läuft in der kommenden Woche aus. Dem Sturz des untergetauchten Ghadhafi zum Trotz sieht die Nato die Gefahr für Zivilisten noch nicht gebannt. Der Einsatz werde jedoch beendet, sobald die Lage in Libyen dies zulasse, sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Dienstag in New York. Nato-Diplomaten zufolge kann der nun verlängerte Einsatz jederzeit auch vor Ablauf der 90 Tage abgebrochen werden.

SDA/ami

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch