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Mit der Seeräuberromantik ist es vorbei

Säbel, schnittige Segelschiffe, Papageien auf der Schulter: Das romantische Bild der Piraterie ist Vergangenheit. Heute dominieren Bazookas, lotterige Schnellboote und dreiste Überfälle.

Das war einmal: Piratenromantik à la «Pirates of the Caribbean». Der moderne Seeräuber lauert seiner Beute vor den Küsten Somalias auf. Jack Sparrows Black Pearl hat wohl endgültig ausgedient.
Das war einmal: Piratenromantik à la «Pirates of the Caribbean». Der moderne Seeräuber lauert seiner Beute vor den Küsten Somalias auf. Jack Sparrows Black Pearl hat wohl endgültig ausgedient.
Keystone
Schnell und wendig: Das Piratenschiff von heute. Dass mit den Seeräubern nicht zu spassen ist, mussten die Passagiere der Seabourn Spirit 2005 erfahren, als somalische Piraten das Kreuzfahrtschiff beschossen – mit Granaten.
Schnell und wendig: Das Piratenschiff von heute. Dass mit den Seeräubern nicht zu spassen ist, mussten die Passagiere der Seabourn Spirit 2005 erfahren, als somalische Piraten das Kreuzfahrtschiff beschossen – mit Granaten.
Keystone
Einige Geiselnehmer konnten jedoch entkommen. Die französische Armee verfolgte sie darauf ins somalische Hinterland.
Einige Geiselnehmer konnten jedoch entkommen. Die französische Armee verfolgte sie darauf ins somalische Hinterland.
Keystone
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Mehr als ein Dutzend Schiffe befindet sich zurzeit in der Gewalt von Piraten. Diese machen die Seewege mit ihren Schnellbooten und automatischen Waffen unsicher. In der Chefetage des Internationalen Schifffahrtsbüros (IMB) läuteten darum unlängst die Alarmglocken: Leiter Noel Choong appellierte an die Uno, umgehend etwas gegen die Piraterie zu unternehmen. Seine Sorgen sind verständlich: Geht es so weiter, könnte es 2008 erneut zu einem Anstieg der Piratenüberfälle kommen – und das auf hohem Niveau. 2007 zählte das IMB 263 Angriffe, 10 Prozent mehr als 2006. Eine US-Studie zeigt zudem, dass Piraten seit 2000 auf den Weltmeeren im Durchschnitt fast doppelt so häufig zuschlagen wie in der zweiten Hälfte der 90er Jahre: 352 Überfälle im Vergleich zu 209.

Die lukrativsten Jagdgründe für Piraten sind die dicht befahrenen Meere in Südostasien. Besonders die Gewässer vor den indonesischen Inseln und die Küste von Bangladesh werden immer wieder heimgesucht: Dort verzeichnet das IMB über 40 Prozent aller Piratenüberfälle. Auch vor Nigeria und Somalia sind die Piraten in den letzten Jahren aktiv geworden. Der Hauptgrund für zunehmende Piraterie sieht die US-Studie im stark wachsenden Frachtverkehr auf den Weltmeeren, der den Piraten eine fast «grenzenlose» Anzahl von möglichen Zielen liefert. In Südostasien kommt gemäss den Experten die Asienkrise als weitere Ursache dazu, da es sich viele Staaten seit dem Zusammenbrechen ihrer Wirtschaften Ende der 90er Jahre nicht mehr leisten können, ihre Küsten effizient zu überwachen. Dazu kommen Korruption, lasche Sicherheitsbestimmungen sowie die starke Verbreitung von Waffen.

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