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Mit digitalen Waffen gegen den IS

Die USA haben im Kampf gegen den Islamischen Staat eine neue Front eröffnet: Den Cyberkrieg.

Mit Cyberattacken gegen den IS: Kadetten der US-Armee üben in West Point. (9. April 2014)
Mit Cyberattacken gegen den IS: Kadetten der US-Armee üben in West Point. (9. April 2014)
Mel Evans, Keystone

Das United States Cyber Command ist eine Behörde, die dem amerikanischen Verteidigungsministerium angehört. Nun soll diese die Computer-Infrastruktur der islamistischen Terroristen ausser Kraft setzen. Präsident Barack Obama sagte bei einem Treffen im Hauptquartier des Geheimdienstes CIA, dass es darum gehe, «Kommandostruktur und Kommunikationswege des IS» anzugreifen. Robert Work, stellvertretender Verteidigungsminister, erklärte zudem, die «Armee werfe Cyberbomben auf den IS ab. Wir haben das zuvor noch nie gemacht.»

Gemäss der US-Zeitung «The New York Times» käme diese Art der Kriegsführung in der nun sechsjährigen Geschichte der digitalen Abteilung neben den traditionellen Waffen erstmals zum Einsatz. Dies sei auch der Wunsch von Präsident Obama, um den IS wirkungsvoller zu bekämpfen. Diese Cyberattacken sind primär gegen die Computer der hochrangigen Kommandeure der Terrororganisation gerichtet. Die US-Geheimdienste erhoffen sich mit dieser Offensive mehr Informationen, wer welche Rolle in der Hierarchie des IS einnimmt. «Angeblich sollen Cyberangriffe bereits dabei geholfen haben, ein Trainings- und Logistikzentrum des IS auszuschalten», schreibt das Magazin «Der Spiegel» in seiner jüngsten Ausgabe. Die «New York Times» weiss, dass die US-Militärs ausserdem beabsichtigen, den elektronischen Geldtransfer der Terrororganisation zu stören oder gar zu unterbrechen.

Bereits im Golfkrieg angewendet?

Auf Obamas heutiger Agenda steht auch ein Treffen in Hannover mit Spitzenpolitikern aus Grossbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland, in dem die Massnahmen gegen die momentan gefährlichste Terrororganisation der Welt diskutiert werden. Der Cyberkrieg ist nun die neuste Methode im Kampf gegen den IS, obwohl Waffenexperten glauben, dass die USA bereits im Golfkrieg 1991 die irakische Armee auf diese Weise geschwächt hätten. Auch die iranischen Atomanlagen sollen schon von amerikanischen Cyberwaffen Schaden genommen haben.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter kündigte schon Ende Februar an, dass der Cyberkrieg den IS destabilisieren solle. «Wir wollen, dass der IS sein Vertrauen in seine eigenen Netzwerke verliert.» Damit wird der Terrororganisation erschwert, ihre Truppen zu koordinieren. Die Strategen der amerikanischen Armee hoffen mit der modernen Kriegsführung zudem, dass der IS in den besetzten Gebieten die Kontrolle über die Bevölkerung und die Wirtschaft einbüsst. Oder andersherum erklärt: Der Cyberkrieg hat das Ziel, den Islamischen Staat zu isolieren. Obamas nationale Sicherheitsexpertin Susan E. Rice erklärt allerdings, dass die herkömmlichen Methoden im Kampf gegen den IS nicht vergessen werden dürfen. «Es ist ein Krieg an mehreren Fronten. Die Computer sind einfach eine andere Waffe in unserem Arsenal.»

Deutschland zieht mit

Nicht nur die USA wollen zukünftig auf den Cyberkrieg zurückgreifen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) beabsichtigt, die Bundeswehr mit digitalen Waffen fit zu machen, wie spiegel.de berichtet. Deshalb soll mit Klaus-Hardy Mühleck ein Manager vom Thyssen-Krupp-Konzern die neue Abteilung «Cyber und Informationsraum» mit 130 Mitarbeitern im Ministerium leiten.

Von der Leyen will das neue Konzept der digitalen Kriegsführung in der kommenden Woche vorstellen.

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