Zum Hauptinhalt springen

Mit Goodluck in eine bessere Zukunft?

Nigeria hat einen neuen Präsidenten: Nach dem Tod von Umaru Yar'Adua wurde dessen bisheriger Stellvertreter Goodluck Jonathan vereidigt. Er will sich vor allem dem Kampf der Korruption widmen.

Ein «echter Friedensstifter»: Der 58-jährige Präsident Yar'Adua.
Ein «echter Friedensstifter»: Der 58-jährige Präsident Yar'Adua.
Keystone

Der neue Staats- und Regierungschef, Goodluck Jonathan, hat wegen einer schweren Erkrankung Yar'Aduas schon vor drei Monaten die Amtsgeschäfte in dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas übernommen.

Jonathan erklärte, dass er sich in der verbleibenden Zeit bis zur Präsidentschaftswahl im April 2011 vor allem einer Reform des Wahlrechts und dem Kampf gegen die Korruption widmen wolle. «Es wird darauf ankommen, dass bei der bevorstehenden Präsidentschaftswahl alle Stimmen zählen und gezählt werden», sagte Jonathan. Daneben sei der Friedensprozess im Niger-Delta von hoher Priorität. Dort kämpfen Untergrundgruppen für eine stärkere Beteiligung am Ölreichtum der Region und gegen die Zerstörung der Umwelt.

«Nigeria hat ein Juwel in seiner Krone verloren»

Yar'Adua starb gestern im Alter von 58 Jahren. Die Beisetzung sollte am Donnerstag kurz vor Sonnenuntergang in Katsina stattfinden, dem Heimatstaat des Präsidenten. «Nigeria hat ein Juwel in seiner Krone verloren und heute trauert selbst der Himmel mit unserer Nation», sagte Jonathan. Er ordnete eine siebentägige Staatstrauer an.

Yar'Aduas Amtsübernahme war 2007 der erste friedliche Machtwechsel in dem westafrikanischen Staat. Zu Beginn seiner Amtszeit setzte Yar'Adua ein Zeichen, indem er seine persönlichen Vermögensverhältnisse offenlegte. Aber auch ihm gelang es nicht, entscheidende Fortschritte im Kampf gegen die Korruption zu erringen. US-Präsident Barack Obama würdigte Yar'Adua als einen überaus integeren Politiker.

Monatelange Führungskrise

Yar'Adua kam 1951 in einer der angesehenen politischen Familien zur Welt. Er studierte Chemie und übernahm eine Professur. Seine politische Karriere begann er als Gouverneur von Katsina. Vor der Präsidentschaftswahl 2007 wurde Yar'Adua von der Demokratischen Volkspartei unter dem Vorsitz des damaligen Präsidenten Olusegun Obasanjo als Kandidat bestimmt. Auch bei seiner Wahl kam es nach Angaben internationaler Beobachter zu Unregelmässigkeiten.

«Wir erkennen an, dass unsere Wahlen nicht perfekt sind», sagte Yar'Adua in seiner Rede zum Amtsantritt. «Aber unsere Erfahrungen sind auch eine Chance, um aus unseren Fehlern zu lernen.»

Die Erkrankung Yar'Aduas löste eine monatelange Führungskrise aus. Der Staatschef wurde in Deutschland und in Saudiarabien behandelt. Yar'Adua hinterlässt seine Frau Turai und neun Kinder.

ddp/Jon Gambrell/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch