Eine Prinzessin flieht mit zwei Kindern – und 39 Millionen

Haya bint al-Hussein von Dubai hat ihren Ehemann verlassen und in Deutschland Asyl beantragt.

«Du Betrügerin, hast das wertvollste Vertrauen missbraucht», dichtet der Herrscher von Dubai. Möglicherweise an ihre Adresse: Haya bint al-Hussein. Foto: PD

«Du Betrügerin, hast das wertvollste Vertrauen missbraucht», dichtet der Herrscher von Dubai. Möglicherweise an ihre Adresse: Haya bint al-Hussein. Foto: PD

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Sie ist weg, und ihr Mann, Mohammed bin Rashid al-Maktoum, Premierminister der Vereinigten arabischen Emirate und Herrscher von Dubai, ist wieder allein. Fast allein. Ihm bleiben seine anderen fünf bis sieben (genau weiss man es nicht) Ehefrauen sowie sein Vermögen von geschätzten 12 Milliarden Franken. Prinzessin Haya bint al-Hussein aber ist weg, zwei gemeinsame Kinder (7- und 11-jährig) hat sie mitgenommen. Laut der amerikanischen Plattform «Daily Beast» befindet sie sich in London und hat in Deutschland Asyl beantragt. Auch die Scheidung hat sie eingereicht.

Das ist ein harter Schlag für ihren Mann. Bereits vor einem Jahr flüchtete dessen Tochter Latifah per Jetski aus Dubai, wurde aber wenig später von einer Spezialeinheit im Indischen Ozean abgefangen und wieder zurückgebracht. Ihr Vater sei das «Böse in Person», begründete Latifah ihre Flucht.

Der Herrscher schreibt Gedichte

Warum Haya ihren Mann verlassen hat, ist nicht bekannt, sicher aber hat sie die Flucht gut vorbereitet. Knapp 39 Millionen Franken soll sie aus Dubai mitgenommen haben. Dieses Geld wird sie brauchen, um sich ein neues Leben aufzubauen und sich vor dem Zugriff ihres Gatten zu schützen. Sie wäre nicht die erste arabische Ehefrau, die nach einem Fluchtversuch gewaltsam zurückgeführt und eingesperrt wird.

Ihr letzter offizieller Auftritt datiert vom vergangenen Februar, seither wurde sie nicht mehr gesehen. Bei den Pferderennen vergangene Woche in Ascot, die sie jeweils mit ihrem Gatten besucht hatte, war sie schon nicht mehr an seiner Seite. Auf dem Weg dorthin soll bin Rashid in Deutschland die Auslieferung seiner Frau beantragt haben. Deutschland soll nicht darauf eingetreten sein.

Sie hat ihn sitzen gelassen: Haya bint al-Hussein mit Rashid. Foto: Keystone

Ausgebildet im Westen – sie studierte in London Politikwissenschaften, Philosophie und Wirtschaft –, glänzte Haya bislang vor allem mit ihrer Leidenschaft für den Pferdesport. Bei den Olympischen Spielen im Jahr 2000 vertrat die 45-jährige Halbschwester des Königs von Jordanien ihr Land im Springreiten und war bis 2014 Präsidentin der Internationalen Reiterlichen Vereinigung.

Derweil widmet sich ihr Gatte bin Rashid seinem anderen Hobby: Er schreibt Gedichte. Zwei hat er bislang auf seiner eigenen Poesie-Website veröffentlicht, die sich mutmasslich an die Adresse seiner Frau richten. Eines trägt den Titel «Affection in your eyes» (Zuneigung in deinen Augen), worin der Scheich von einem «fatalen Pfeil» schreibt, der seine «Seele durchbohrt» und ihn «wahnsinnig zurückgelassen» habe. Im zweiten Gedicht mit dem Titel «Du lebtest und du starbst», donnert der Gatte: «Du Betrügerin, hast das wertvollste Vertrauen missbraucht und dein Spiel wurde offenbar. (...) Mir ist egal, ob du lebst oder stirbst.» Auf Nachfrage der Website «Daily Beast» bei einem Experten, ob die Gedichte auf Arabisch auch so schlimm klingen wie auf Englisch, antwortete dieser: «Auf Arabisch tönen sie noch schlimmer.»

Auf ihrer eigenen Website heisst es über Haya, sie habe immer daran geglaubt, dass der Sport Frauen ermächtige und die Barrieren zwischen Menschen und Nationen überwinden könne. Sie selber zumindest fand den Mut, sich aus ihrer Ehe zu befreien.

Erstellt: 01.07.2019, 17:50 Uhr

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