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Nato bereitet Abzug aus Afghanistan vor

Bis 2014 will die Nato das Land den afghanischen Sicherheitskräften übergeben. Aus der Verantwortung stehlen wolle man sich damit aber nicht, heisst es.

Ist vielleicht bald nicht mehr lange in Afghanistan: ein Angehöriger der Isaf, der Schülerinnen Hilfsgüter verteilt.
Ist vielleicht bald nicht mehr lange in Afghanistan: ein Angehöriger der Isaf, der Schülerinnen Hilfsgüter verteilt.
AFP

Die Nato-Staaten haben Beratungen über den geplanten Abzug aus Afghanistan aufgenommen. Die Staats- und Regierungschefs der 28 Bündnisländer trafen am Samstag in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai und weiteren Truppenstellern der Internationalen Afghanistan-Truppe (Isaf) zusammen. Die Nato will die Verantwortung bis 2014 schrittweise an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben. Dieser Prozess soll im Frühjahr starten.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte zu Beginn des Treffens, ungeachtet der Abzugspläne gebe es keine Zweifel an dem fortgesetzten Engagement der Allianz in Afghanistan. «Wir werden so lange bleiben, bis wir unsere Arbeit beendet haben», sagte Rasmussen. Die Nato wolle aber dazu beitragen, dass Afghanistan endlich auf eigenen Füssen stehen könne.

Noch sind 130'000 in Afghanistan stationiert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie erwarte «sehr intensive» Diskussionen mit Karzai. US-Präsident Barack Obama bekräftigte, im kommenden Jahr mit der Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanische Regierung zu beginnen. «Bis 2014 sollen die afghanischen Kräfte im ganzen Land die Federführung bei der Sicherheit übernehmen», sagte Obama.

Derzeit hat die Isaf rund 130'000 Soldaten am Hindukusch stationiert. An den Gesprächen in Lissabon nahmen auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sowie Vertreter der rund 20 Truppenstellernationen teil, die nicht der Nato angehören.

Beteiligt sich Russland am Raketenabwehrsystem?

Ebenfalls für Samstag waren Beratungen der Nato-Staaten mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew geplant. Dabei sollte es unter anderem um eine mögliche Beteiligung Russlands an dem Raketenabwehrsystem gehen, dessen Aufbau die Allianz am Freitagabend beschlossen hatte.

Merkel nannte die Zusammenarbeit mit Moskau am Samstag einen «Meilenstein» für die Entwicklung der Nato «Aus einem ehemaligen militärischen Gegner wird jetzt erkennbar ein Partner», sagte die deutsche Kanzlerin. Noch sei ein langer Weg zurückzulegen, bis die Nato mit Russland gemeinsam Sicherheit schaffen werde. «Aber dass dieser Weg überhaupt eingeschlagen wurde, ist von ausserordentlicher Bedeutung», sagte Merkel.

AFP/miw

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