Niger und der Tschad schicken Soldaten in den Kampf gegen Boko Haram

Neue Front gegen Boko Haram: Mit Panzerfahrzeugen haben Soldaten aus Niger und dem Tschad im Nordosten Nigerias den Kampf gegen die Terrorgruppe aufgenommen.

Passierten die Grenze zu Nigeria: Panzerfahrzeuge der tschadischen Armee.

Passierten die Grenze zu Nigeria: Panzerfahrzeuge der tschadischen Armee. Bild: Reuters

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Soldaten aus dem Tschad und aus Niger haben im Nordosten Nigerias den Kampf gegen die Terrorgruppe Boko Haram aufgenommen. Der tschadische General Sakaria Ngobongue bestätigte der Nachrichtenagentur AP den Beginn einer Bodenoffensive gegen die islamischen Extremisten. Ein Einwohner der nigrischen Grenzstadt Bosso berichtete, seit Samstag hätten rund 200 Fahrzeuge mit nigrischen und tschadischen Soldaten die Grenze passiert. Nachdem die Truppen in Nigeria angekommen seien, seien laute Detonationen zu hören gewesen.

Der Verteidigungsminister Kameruns, Edgard Alain Mebe Ngo’o, bestätigte die Offensive durch den Tschad und Niger. Kameruns Armee sei nicht dabei, weil sie gebeten worden sei, die Grenzen vor den Extremisten zu schützen. Die Einwohner in der Kampfzone seien aufgefordert worden, das Gebiet zu verlassen.

Kämpfer von Boko Haram verstecken sich und ihre Vorräte in Kamerun. Es gibt Befürchtungen, die Gruppe könnte dorthin fliehen, wenn sich die Kämpfe in Nigeria intensivieren würden.

Zweite Front

Ngobongue sagte, durch die Truppenbewegung sei gegen Boko Haram eine zweite Front eröffnet worden. Soldaten hätten erst kürzlich die erste Front eröffnet. Die nigrische Regierung bestätigte die Bodenoffensive zunächst nicht öffentlich.

Der Tschad, Niger, Kamerun und Benin haben dem nigerianischen Militär Hilfe im Kampf gegen die Extremisten zugesagt. Die Nachbarstaaten Nigerias sind dabei, eine multinationale Truppe zu bilden, um Boko Haram anzugreifen.

Boko Haram kämpft mit Gewalt und Terror seit 2009 für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates in Nigeria. Rund 12'000 Menschen starben seitdem. Die Angriffe der Gruppe haben mittlerweile die angrenzenden Länder erreicht. (kpn/sda)

Erstellt: 09.03.2015, 11:33 Uhr

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