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Nigeria ruft wegen Terrorsekte Notstand aus

Am Fernsehen hat der nigerianische Präsident «aussergewöhnliche Massnahmen» angekündigt. Die islamistische Sekte Boko Haram bekannte sich zuvor zu zwei Angriffen – mit insgesamt 250 Toten.

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan hat für drei Bundesstaaten im Nordosten des Landes, die von Gewalttaten der islamistischen Sekte Boko Haram erschüttert werden, den Notstand ausgerufen. Das Ausmass der dort herrschenden Gewalt erfordere «aussergewöhnliche Massnahmen», sagte Jonathan in einer Fernsehansprache.

Der Notstand gilt nach seinen Worten bis auf Weiteres für die Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa, in die zusätzliche Truppen verlegt werden sollten.

Boko Haram bekennt sich zu Angriffen

Die islamistische Sekte Boko Haram hatte sich zuvor zu zwei Angriffen mit insgesamt rund 250 Toten bekannt. Boko-Haram-Kämpfer hätten sowohl eine Attacke am 7. Mai in Bama mit 55 Opfern als auch einen Angriff am 16. April in Baga verübt, in dessen Folge fast 200 Menschen getötet worden waren, sagte der mutmassliche Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau in einem Video, das der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

Die zwölfminütige Aufnahme zeigt Shekau mit Frauen und Kindern, bei denen es sich nach seinen Angaben um Geiseln handelt. Im Gegenzug für ihre Freilassung forderte er die Freilassung von durch die Armee festgenommenen Frauen und Kindern aus dem Umfeld von Boko Haram.

Bei dem Angriff auf mehrere Armeekasernen, Polizeiwachen und Gefängnisse in der Stadt Bama im Nordosten Nigerias waren Soldaten, Gefängniswärter, Polizisten und Zivilisten getötet worden. Aus einem Gefängnis befreiten die Angreifer mehr als hundert Häftlinge. Über die Ereignisse in dem Fischerdorf Baga am Tschadsee im Nordosten des Landes gab es widersprüchliche Angaben darüber, ob die Islamisten oder Regierungstruppen die Kämpfe begannen. Im Verlauf der Auseinandersetzungen wurden nach Angaben von Rettungskräften 187 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt.

Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat. Die Extremistengruppe verübte seit dem Jahr 2009 zahlreiche Anschläge auf Sicherheitskräfte, Regierungsvertreter sowie christliche Kirchen. Dabei wurden rund 3000 Menschen getötet.

sda/AFP/mw

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