Zum Hauptinhalt springen

Obama will Truppen in Syrien massiv aufstocken

Noch heute soll US-Präsident Barack Obama seine Entscheidung in Hannover bekannt machen: Die USA planen offenbar, 250 zusätzliche Soldaten ins Bürgerkriegsland Syrien zu schicken.

«Syrien braucht eine politische Lösung»: US-Präsident Barack Obama in Hannover. (24. April 2016)
«Syrien braucht eine politische Lösung»: US-Präsident Barack Obama in Hannover. (24. April 2016)
Carolyn Kaster, Keystone

Die USA wollen 250 zusätzliche Soldaten nach Syrien schicken. Sie sollen örtliche Truppen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat unterstützen, wie US-Regierungsvertreter am Sonntag bestätigten. Damit würde die Zahl der im Bürgerkriegsland aktiven amerikanischen Militärkräfte auf 300 steigen. Es wurde erwartet, dass Präsident Barack Obama die Entscheidung am Montag in einer Rede in Hannover bekannt gibt. Über den Beschluss hatte tags zuvor das «Wall Street Journal» berichtet.

Die Entsendung von weiterem Militärpersonal würde die Präsenz der USA in Syrien stark ausweiten. Bisher sind dort rund 50 amerikanische Elitesoldaten stationiert.

Auch bei den meisten der weiteren 250 Truppenangehörigen werde es sich um Spezialkräfte handeln – überwiegend aus den Reihen der Einheit Green Berets, teilten Regierungsvertreter mit. Der Gruppe wird demnach zudem eine nicht näher genannte Zahl an medizinischen Fachkräften und Logistikexperten angehören, die den Soldaten helfen sollen.

Erfolgreiche Geheimdienstarbeit

Ranghohe US-Vertreter hatten zuletzt Erfolge der Spezialeinheiten in Syrien vermeldet. Dazu verwiesen sie unter anderem auf deren Beitrag zur Geheimdienstarbeit, die der US-geführten Anti-IS-Koalition einen besseren Blick auf das Geschehen am Boden vermittelt habe. Dies sei vor allem beim gezielten Vorgehen gegen Jihadisten entscheidend.

Zwar hat Obama das US-Engagement in Syrien und im Irak sukzessive verstärkt, ist jedoch nach wie vor gegen eine gross angelegte Intervention in den Ländern.

«Syrien braucht eine politische Lösung»

Auf die Frage, ob er eine Aufstockung der Eliteeinheiten in Syrien plane, hatte der US-Präsident vergangene Woche bei seinem Besuch in Saudiarabien noch ausweichend geantwortet. Er berate sich mit einem Berater über Optionen, falls die fragile Feuerpause scheitern sollte. «Keine der Optionen ist gut», erklärte Obama in Riad. Er vertrete durchweg die Meinung, dass es eine politische Lösung in Syrien geben müsse – je schneller, desto besser.

Erste Gerüchte über eine Stationierung zusätzlicher US-Soldaten in Syrien waren schon vergangene Woche aufgekommen, als Pentagonchef Ash Carter die Entsendung von 217 weiteren Soldaten und Hubschraubern vom Typ Apache in den Irak angekündigt hatte. Dadurch soll die Offensive irakischer Truppen auf die von der IS-Miliz beherrschte Stadt Mosul unterstützt werden. Damit steigt die US-Truppenstärke im Irak auf mehr als 4000 Mann.

Obama spricht mit Putin

Angesichts einer neuen Eskalation der Kämpfe in Syrien hat US-Präsident Barack Obama die Konfliktparteien zur Rückkehr zur Waffenruhe aufgerufen. Er habe mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine «Wiedereinsetzung» der Feuerpause gesprochen, sagte Obama am Sonntag in Hannover. Bei neuen Angriffen wurden am Wochenende laut Aktivisten allein in Aleppo mindestens 26 Zivilisten getötet.

Die Ende Februar in Kraft getretene Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und moderaten Rebellen war kürzlich faktisch zusammengebrochen. Sie war auf Vermittlung Moskaus und Washingtons zustande gekommen und der bisher weitreichendste Schritt zur Beendigung der Kämpfe. Obwohl die Waffenruhe wiederholt von beiden Seiten gebrochen wurde, führte sie zu einem deutlichen Rückgang der Gewalt.

AP/AFP/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch