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Ohne die Frauen der IS-Führer läuft bei der Terrormiliz nichts

Neuen Erkenntnissen zufolge spielen die Frauen der IS-Führer eine Schlüsselrolle bei den Jihadisten. Andere Frauen verkauft die Miliz zum Preis «einer Zigarettenschachtel».

Tragende Rolle: Weibliche Angehörige der Terrormiliz IS.
Tragende Rolle: Weibliche Angehörige der Terrormiliz IS.
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Frauen spielen innerhalb der Terrormiliz Islamischer Staat eine weitaus wichtigere Rolle als bisher angenommen. Nach neusten Informationen, die der «New York Times» zufolge aus bei einer Razzia im Mai beschlagnahmten Daten hervorgehen, sind die Ehefrauen der IS-Elite für die Kommunikation zwischen den Führern verantwortlich.

Demnach und laut Angaben einer bei dem Einsatz festgenommenen Ehefrau eines ranghohen IS-Anführers haben die Frauen eine tragende Aufgabe in der Kommunikation inne. Sie geben untereinander interne Informationen weiter, die so von Kommandant zu Kommandant gelangen, ohne dass diese direkt miteinander in Kontakt stehen.

Diese Art des Austauschs verhindert ausserdem das Benutzen elektronischer Kommunikationsmittel. Die Jihadisten gehen offenbar davon aus, dass der US-Geheimdienst ihre weiblichen Mitglieder weniger im Visier hat.

«Seit dem Kommandoeinsatz haben wir einiges erfahren, was wir vorher nicht wussten», sagte ein Beamter des US-Aussenministeriums. Mit jedem Tag zeichne sich ein klareres Bild der Miliz ab und «es wird deutlich, wie ausgeklügelt, global und vernetzt sie ist».

IS versklavt und verkauft Frauen und Mädchen

Derweil hat die Uno-Gesandte Sainab Bangura die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für die massenhafte Versklavung von Frauen und Mädchen verantwortlich gemacht. Diese würden «zum Preis einer Schachtel Zigaretten» verkauft.

«Sie entführen und verschleppen Frauen, wenn sie neue Gebiete einnehmen, damit sie - ich möchte es nicht frische Lieferung nennen - aber damit sie neue Mädchen haben», schilderte Bangura das Vorgehen des IS. Die UNO-Gesandte hatte im April den Irak und Syrien besucht und dort mit Mädchen und Frauen gesprochen, die aus IS-Gefangenschaft geflohen waren.

Mehr als hundert Mädchen in Haus eingepfercht

Bangura berichtete über die Schilderungen mehrerer Mädchen, unter ihnen viele Angehörige der jesidischen Minderheit. So seien mehr als hundert Mädchen in einem kleinen Haus eingepfercht worden. Dort wurden sie nackt ausgezogen und gewaschen, danach habe eine Gruppe von Männern ihren Preis taxiert.

Manche Mädchen würden für Tausende Dollar verkauft, andere «zum Preis einer Zigarettenschachtel». Bangura kritisierte den Umgang des IS mit Mädchen und Frauen als «mittelalterlich».

Versklavung als Strategie

Eine 15-Jährige erzählte laut Bangura, sie sei an einen etwa 50-jährigen IS-Scheich verkauft worden. Er habe ihr ein Gewehr und einen Stock gezeigt und gefragt, welche Waffe sie haben wolle. «Sie sagte ‹das Gewehr› und er antwortete ‹Ich habe dich nicht gekauft, damit du dich umbringen kannst› und vergewaltigte sie dann», berichtete die UNO-Gesandte.

Nach ihrer Einschätzung ist die Versklavung von Frauen ein entscheidender Faktor der IS-Strategie bei der Rekrutierung ausländischer Kämpfer. «So ziehen sie junge Männer an - ‹wir haben Frauen, die auf euch warten, Jungfrauen, die ihr heiraten könnt›», führte Bangura aus.

Laut einem UNO-Bericht sind knapp 25'000 ausländische Kämpfer in mehr als hundert Ländern weltweit aktiv, vor allem aber in Syrien und im Irak.

SDA/kko

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