Oman soll zwischen Teheran und London vermitteln

Im Tankerstreit soll das Sultanat als Mediator agieren. Auch der US-Aussenminister Mike Pompeo hat Pläne.

Der britische Tanker «Stena Impero» wurde vom iranischen Revolutionsgarden beschlagnahmt. Foto: AFP

Der britische Tanker «Stena Impero» wurde vom iranischen Revolutionsgarden beschlagnahmt. Foto: AFP

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Im Tankerstreit zwischen Grossbritannien und dem Iran soll das Sultanat Oman vermitteln. Die Aussenminister des Omans und Irans, Jussuf bin Alawi und Mohammed Dschawad Sarif, würden sich am Samstag in Teheran treffen, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Freitag.

Der Oman hatte bei Streitigkeiten zwischen Teheran und dem Westen in der Vergangenheit wiederholt als Vermittler agiert - mehrmals auch mit Erfolg. Im Streit zwischen Teheran und London geht es um zwei beschlagnahmte Öltanker.

Grossbritannien hat am 4. Juli in Gibraltar den Supertanker «Grace1» mit der Begründung festgesetzt, er habe iranisches Erdöl für Syrien an Bord und damit gegen EU-Sanktionen verstossen. Der Iran bestreitet das.

Der Tanker «Grace1» wird von Grossbritannien vor Gibraltar festgehalten. (20. Juli 2019) Foto: Jon Nazca/Reuters

Am 19. Juli stoppten die iranischen Revolutionsgarden in Strasse von Hormus den britischen Öltanker «Stena Impero», weil dieser angeblich gegen die maritimen Vorschriften im Persischen Golf verstossen hatte. Das Schiff ist derzeit im Hafen der Stadt Bandar Abbas in Südiran. Beiden Seiten sprechen von «staatlicher Piraterie».

Nach indischen Angaben liess der Iran am Freitag neun von zwölf indischen Besatzungsmitgliedern des Öltankers «Riah» frei. Das Schiff war am 14. Juli im Persischen Golf festgesetzt worden, weil es nach iranischen Angaben geschmuggeltes Öl an Bord gehabt habe.

Die Männer würden in Kürze in die Heimat zurückkehren, sagte der Sprecher des indischen Aussenministeriums, Raveesh Kumar, am Freitag in Neu Delhi. Damit befänden sich noch insgesamt 21 indische Seeleute an Bord von Schiffen, die vom Iran festgehalten werden: Drei auf der «Riah» und achtzehn auf der «Stena Impero».

Die Besatzungsmitglieder der «Stena Impero» sind noch nicht frei. (22. Juli 2019) Foto: AFP

Zur Beilegung des Tankerstreits hat Irans Präsident Hassan Rohani einen Austausch der beiden Tanker angeregt. Rohani betonte, dass der Iran keinen Konflikt mit den Briten und anderen Europäern am Persischen Golf wolle.

Unterdessen hat sich US-Aussenminister Mike Pompeo nach eigenen Angaben bereit erklärt, den Iran zu besuchen und dort die Politik Washingtons gegenüber der Islamischen Republik zu erläutern. «Ich würde die Möglichkeit begrüssen, direkt mit dem iranischen Volk sprechen zu können», sagte Pompeo am Donnerstag (Ortszeit) im Interview mit Bloomberg TV.

Sollte es dazu kommen, wäre es nicht sein Ziel, Propaganda zu betreiben, «sondern dem iranischen Volk die Wahrheit darüber zu sagen, was ihre Führung getan hat und wie das dem Iran geschadet hat».

Das Interview von Mike Pompeo über die aktuelle Lage im Streit mit dem Iran. Video: Youtube

Pompeo verteidigte auch die jüngsten Sanktionen gegen den Iran. Die USA versuchten, genug Druck auszuüben, um die iranische Führung davon zu überzeugen, «dass das iranische Volk ein normales Leben führen kann, wenn sie sich einfach wie eine normale Nation verhalten».

Die USA waren im Mai vergangenen Jahr aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und haben seither scharfe Wirtschaftssanktionen gegen Teheran wieder in Kraft gesetzt, darunter auch ein Verbot von Ölexporten. Sie wollen damit die Führung in Teheran zwingen, einem neuen Abkommen mit schärferen Auflagen zuzustimmen.

Weil der Westen die für den Iran wichtigsten Teile des Atomabkommens von 2015 nicht umsetzte, verstiess auch der Iran zuletzt demonstrativ gegen zwei zentrale Auflagen. Die Islamische Republik überschritt die Menge an erlaubtem Uran und die Obergrenze der Anreicherung.


Das steckt hinter der Eskalation am Persischen Golf Grossbritannien und Iran streiten um mehrere festgesetzte Tanker. Die USA und Russland mischen mit – die Kriegsgefahr steigt.




(aru/sda)

Erstellt: 26.07.2019, 15:25 Uhr

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