Elfenbeinküste schiebt Oppositionelle in die Schweiz ab

Weil sie die Regierung kritisierte, musste die Doppelbürgerin das westafrikanische Land verlassen.

Yamb veröffentlichte dieses Foto, als sie zum Polizeipräsidium in Abobo gefahren wurde. (2. Dezember 2019) Foto: Twitter

Yamb veröffentlichte dieses Foto, als sie zum Polizeipräsidium in Abobo gefahren wurde. (2. Dezember 2019) Foto: Twitter

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Die Elfenbeinküste hat die Oppositionelle Nathalie Yamb ausgewiesen und in die Schweiz abgeschoben. Die schweizerisch-kamerunische Doppelbürgerin hatte vor einem Monat am Russland-Afrika-Gipfel in Sotschi Kritik an der Regierung in dem westafrikanischen Land geübt.

Die Politikaktivistin lebt seit Jahren in der Elfenbeinküste und berät den bekannten Politiker und Präsidentschaftskandidaten Mamadou Koulibaly. Der frühere Minister und Chef der liberalen Kleinpartei Lider erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, Yamb sei am Montag über Paris nach Zürich abflogen.

Yamb selber erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter, sie sei wegen angeblicher Aktivitäten, die mit dem nationalen Interesse unvereinbar seien, in die Schweiz abgeschoben worden. Dazu veröffentlichte die Aktivistin ein Foto von sich aus einem Flugzeug. «Die Geschichte wird uns Recht geben. Der Kampf geht weiter», schrieb sie dazu.

Dem Ausweisungsbeschluss des Innenministers zufolge soll Yamb subversive politische Aktivitäten unternommen haben, die durch ihren Status als Ausländerin verboten seien.

Koulibaly kritisierte, die Abschiebung seiner Beraterin sei ohne Prozess erfolgt. Zudem sei es Ausländern nicht verboten, in der Elfenbeinküste politisch aktiv zu sein. Diese dürften lediglich keine politische Bewegung präsidieren.

Kritik am Kolonialismus

Yamb hatte sich am Russland-Afrika-Gipfel Ende Oktober in Sotschi kritisch gegen die Präsenz von Frankreich in Afrika geäussert und die Regierung der Elfenbeinküste kritisiert. «Frankreich betrachtet nach wie vor den afrikanischen Kontinent als sein Eigentum», erklärte die Antikolonialistin damals. Die französischen Militärbasen würden unter einem Deckmantel von Verteidigungsabkommen dazu dienen, Ressourcen zu plündern, Rebellionen aufrechtzuerhalten, Terroristen auszubilden und Diktatoren an der Macht zu halten.

Yamb ist in der Elfenbeinküste nicht die erste Oppositionelle, die aus dem Land ausgewiesen wurde. Im März hatte bereits Kémi Séba, eine Aktivistin beninischer Herkunft, wegen «des Risikos der Störung der öffentlichen Ordnung» das Land verlassen müssen. (aru/sda)

Erstellt: 03.12.2019, 07:54 Uhr

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