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Paris lässt nach Geiselmord neue Angriffe auf IS fliegen

Nach der Enthauptung der Geisel Hervé Gourdel in Algerien sind in Frankreich die Trauer und die Wut gross. Paris hat seine Angriffe gegen die Terrororganisation IS im Irak unbeirrt fortgesetzt.

Trauer: Ein Bild des getöteten Hervé Gourdel hängt am Gemeindehaus von Saint-Martin-Vesubie, wo er gewohnt hatte. (25. September 2014)
Trauer: Ein Bild des getöteten Hervé Gourdel hängt am Gemeindehaus von Saint-Martin-Vesubie, wo er gewohnt hatte. (25. September 2014)
Patrice Masante, Reuters

Mit Trauer, Entsetzen und Wut haben heute Freunde, Nachbarn und Bekannte der in Algerien ermordeten französischen Geisel reagiert. Im südfranzösischen Dorf Saint-Martin-Vésubie, in dem der von Islamisten enthauptete Hervé Gourdel ein Bergführer-Büro eröffnet hatte, wurde ein offizieller Tag der Trauer ausgerufen.

Bürgermeister Henri Giuge zeigte sich nach der Nachricht vom Tod Gourdels «geschockt, am Boden zerstört». In Nizza, wo der 55-jährige Gourdel lebte, wurden die Flaggen am Mittwochabend auf Halbmast gesetzt. Der konservative Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, fordert einen nationalen Tag der Trauer von der Regierung in Paris. Nach seinen Worten befindet sich Frankreich «im Krieg». Frankreich wird am Freitag, Samstag und Sonntag als Zeichen der Trauer die Flaggen auf Halbmast setzen, wie Regierungssprecher Stéphane Le Foll mitteilte.

Ultimatum von IS-Sympathisanten

Auch der Bürgermeister von Saint-Martin-Vésubie sprach von einem «Krieg» Frankreichs, bei dem «Zivilisten, Unschuldige» zu Opfern würden. Die Bevölkerung könne eine solche «Ungerechtigkeit» nicht verstehen. Für Gourdel, der von vielen als sehr freundlicher und offener Mensch beschrieben wurde, sollte am Abend in dem Dorf ein Trauermarsch stattfinden.

Gourdel, ein erfahrener Bergführer, war am Sonntag bei einer Wanderung im Nationalpark Djurdjura in der algerischen Bergregion Kabylei verschleppt worden. Die Islamistengruppe Dschund al-Khilafa (Soldaten des Kalifats) drohte am Montag mit seiner Ermordung und forderte Frankreich auf, seine Luftangriffe gegen die Organisation Islamischer Staat (IS) im Irak binnen 24 Stunden einzustellen. Nach Ablauf des Ultimatums wurde am Mittwoch ein Video mit der Hinrichtung Gourdels veröffentlicht.

Verstärkte Sicherheitsmassnahmen

Aus Sorge vor Anschlägen von Islamisten verstärkt Frankreich seine Sicherheitsmassnahmen. Die Vorkehrungen gegen eine «Terrorgefahr» würden an öffentlichen Orten und in Verkehrsmitteln verstärkt.

Dies teilte das Präsidialamt nach einer Sitzung des Verteidigungskabinetts in Paris mit.

Frankreich fliegt neue Luftangriffe

Gleichzeitig hat Frankreich erneut Luftangriffe gegen den IS im Irak geflogen. Regierungssprecher Stéphane Le Foll teilte nach einer Kabinettssitzung in Paris mit, angesichts der Bedrohung durch die Islamisten habe Präsident François Hollande deutlich gemacht, dass sich Frankreich von drei Prinzipien leiten lasse: «Entschlossenheit, Kaltblütigkeit und Wachsamkeit.» Hollande habe auch hervorgehoben, dass «eine nationale Einheit» in der Frage nötig sei.

Frankreich hatte am Freitag vergangener Woche die ersten Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak geflogen. Es war damit das erste europäische Land, das sich den US-Luftangriffen auf die Islamisten anschloss. Am Donnerstag schloss Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian die Beteiligung seines Landes auch an Luftangriffen auf IS-Stellungen in Syrien nicht mehr kategorisch aus.

Dort hatten die USA und ihre arabischen Verbündeten gestern zwölf Ölanlagen bombardiert. Pentagonsprecher John Kirby begründete dies damit, dass der Islamische Staat durch den Verkauf des in den Raffinerien produzierten Öls rund zwei Millionen Dollar täglich einnehme.

AFP/rub

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