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Proteste in Syrien fordern über 90 Tote

Das Regime des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad schlägt trotz aller internationalen Proteste den Volksaufstand im eigenen Land mit immer grösserer Gewalt nieder. In Hama sind abermals Panzer eingefahren.

Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Reuters
Demonstration nach dem Freitagsgebet in Damaskus. (8. Juli 2009)
Demonstration nach dem Freitagsgebet in Damaskus. (8. Juli 2009)
Reuters
Ein Amateurvideo zeigt, wie Panzer der Regierung in die Stadt Daraa einfahren.(25. April 2011)
Ein Amateurvideo zeigt, wie Panzer der Regierung in die Stadt Daraa einfahren.(25. April 2011)
Reuters
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Bei den bislang grössten Demonstrationen sind am Freitag und Samstag nach Angaben einer syrischen Menschenrechtsgruppe mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen. Sicherheitskräfte hätten allein in der Protesthochburg Hama 83 Menschen getötet, hiess es weiter. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist nicht möglich. Am Samstagnachmittag sollen sich Panzer der Stadt zwischen Damaskus und Aleppo genähert haben.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon äusserte sich «zutiefst beunruhigt» über die steigende Zahl von Todesopfern. Seit Beginn der Demonstrationen gegen die syrische Regierung Mitte März seien schon mehr als 1000 Demonstranten ums Leben gekommen, erklärte Ban am Freitag über seinen Sprecher in New York.

Der UNO-Chef forderte eine «umfangreiche, unabhängige und offene Untersuchung aller Fälle». Besonders alarmiert sei er über Berichte, nach denen «Kinder unter Folter, durch Scharfschützen und Granatfeuer» ums Leben kamen.

Wieder Schüsse in Hama

In der Protesthochburg Hama hätten auch am Samstag wieder Scharfschützen in eine Gruppe von Demonstranten geschossen, teilten Mitglieder der Opposition mit. Drei Menschen, die an einer Beerdigung für die Getöteten vom Vortag teilgenommen hätten, seien ums Leben gekommen.

Angesichts der seit zehn Wochen fortwährenden Proteste hat die syrische Führung laut dem arabischen Fernsehsenders al-Jazeera auch in vielen Landesteilen den Zugang zum Internet unterbrochen. Die Opposition solle daran gehindert werden, sich über soziale Netzwerke zu organisieren oder Aufnahmen von Opfern ins Ausland zu senden.

Erinnerungen werden wach

Das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte in Hama erinnert an die blutige Niederschlagung von Protesten im Februar 1982. Sicherheitskräfte des damaligen Präsidenten Hafis al-Assad, dem inzwischen verstorbenen Vater des amtierenden Präsidenten, verübten ein Massaker in Hama. Nach unterschiedlichen Angaben sollen damals zwischen 10'000 und 40'000 Menschen getötet worden sein.

In Syrien gehen die Bürger seit März auf die Strasse, um politische Veränderungen zu verlangen. Die Sicherheitskräfte haben immer wieder Schusswaffen gegen die gewaltlosen Demonstranten eingesetzt. Mehr als 1000 Menschen sind nach Angaben der Opposition inzwischen getötet und weitere 10'000 verhaftet worden.

SDA/pbe

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