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Putschisten in Madagaskar ergeben sich

Am Mittwoch hatte eine Gruppe von Offizieren die Regierung in Madagaskar für abgesetzt erklärt – doch der Putsch ist gescheitert. Regierungssoldaten haben die abtrünnigen Militärs festgenommen.

Haben die Putschisten verhaftet: Regierungssoldaten in Madagaskar.
Haben die Putschisten verhaftet: Regierungssoldaten in Madagaskar.
Keystone

Nach dem gescheiterten Putsch in Madagaskar sind die abtrünnigen Militärs festgenommen worden. Die 15 bis 20 Männer hätten sich ergeben, sagte ein Vertreter der Übergangsregierung am Samstag.

Einige jüngere Offiziere hätten die Zusammenarbeit verweigert, sagte ein hochrangiges Mitglied der regierungstreuen Streitkräfte, Oberst Julien Ravelomihary. Aus den Verhandlungsräumen in einer Kaserne in der Nähe des Flughafens der Hauptstadt Antananarivo waren Schüsse zu hören. Das Gelände wurde von hunderten Soldaten umstellt.

Anführer der Demonstranten festgenommen

Die Polizei in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar, ging am Samstag gegen Regierungsgegner vor, die eine Lösung der Staatskrise forderten. Die Beamten feuerten Tränengas in eine Gruppe von mehreren hundert Demonstranten in Antananarivo, die von einer Organisation von Bürgermeistern angeführt wurde.

Die Teilnehmer der Kundgebung forderten nach dem Putschversuch vom Mittwoch, die schwelende Krise mit Verhandlungen zu lösen. Der Anführer der Demonstranten wurde nach Polizeiangaben festgenommen.

Regierung für abgesetzt erklärt

Eine Gruppe von Offizieren hatte am Mittwoch die Regierung von Präsident Andry Rajoelina für abgesetzt erklärt. Die Staatsführung werde nun von einem Nationalkomitee der Streitkräfte übernommen. Rajoelina zeigte sich aber unbeeindruckt und sagte, der Grossteil der Streitkräfte stehe hinter ihm.

Einen Tag später zogen sich die aufrührerischen Soldaten in eine Kaserne in der Nähe des Flughafens zurück. Rajoelina hatte selbst vor einem Jahr in einem putschähnlichen Coup gegen den gewählten Präsidenten Marc Ravalomanana die Macht an sich gebracht.

Blankoscheck für den Präsidenten

Der Putschversuch vom Mittwoch unterbrach eine landesweite Abstimmung über eine von Rajoelina vorgeschlagene Verfassungsreform. Die Organisation der Bürgermeister lehnt den Plan des Präsidenten ab.

Kritiker befürchteten im Falle einer Zustimmung der Wähler einen Blankoscheck für den Präsidenten, weil er kein Datum für seinen Rücktritt oder Voraussetzungen für die nächsten Wahlen genannt habe.

SDA/ske

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