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Rebellen drohen mit Erstürmung der Hauptstadt

In Zentralafrika spitzt sich der Konflikt zwischen Rebellen und Regierung zu: Die Allianz aus bewaffneten Gruppen will in die Hauptstadt einmarschieren, wenn Präsident Bozizé ihre Forderungen nicht erfüllt.

Wollen die Grundlage für Friedensverhandlungen legen: AU-Präsident Thomas Yayi Boni (Mitte), der französische Botschafter Serge Mucetti (rechts) und Zentralafrikas Präsident François Bozizé (links). (30. Dezember 2012)
Wollen die Grundlage für Friedensverhandlungen legen: AU-Präsident Thomas Yayi Boni (Mitte), der französische Botschafter Serge Mucetti (rechts) und Zentralafrikas Präsident François Bozizé (links). (30. Dezember 2012)
Keystone

Die Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik drohen mit der Einnahme der Hauptstadt. Diese könne noch am Sonntag oder am Montagmorgen erfolgen, wenn Präsident François Bozizé ihre Forderungen nicht erfülle, sagte ein Rebellensprecher. Seit Beginn ihres Aufstands vor drei Wochen hat die Allianz aus drei bewaffneten Gruppen ihren Vormarsch in der ehemaligen französischen Kolonie immer weiter vorangetrieben. Derzeit stehen die Rebellen rund 75 Kilometer von der Hauptstadt Bangui und stellen damit die bisher grösste Gefahr für die knapp zehnjährige Herrschaft Bozizés dar.

Sie fordern direkte Gespräche mit dem Präsidenten, der am Sonntag mit der Afrikanischen Union (AU) über die Lage beraten wollte. Die Rebellen werfen ihm vor, sich nicht an eine 2007 geschlossene Vereinbarung zu halten: Bozizé habe damals jenen Aufständischen, die ihre Waffen niederlegten, Geld versprochen – dies aber nicht gezahlt.

Vorbereitung von Friedensverhandlungen

Bei der Unterredung des Präsidenten mit AU-Präsident Thomas Yayi Boni soll die Grundlage für Friedensverhandlungen gelegt werden. Die Rebellen erklärten, sie warteten mit einer Entscheidung über ihr weiteres Vorgehen ab, was das Gespräch von Bozizé mit Yayi Boni ergebe.

Die Aufständischen zählen nach eigenen Angaben 3000 Mann und haben wachsenden Zulauf. In die Hauptstadt vorgedrungen waren Rebellen zuletzt 2003, als Bozizé selbst an die Macht kam. Seitdem benötigte er immer wieder ausländische Unterstützung, um selbst Aufstände niederzuschlagen.

Unsichere Lage im Land

Doch Frankreich, von dem sich das Land 1960 unabhängig erklärte, hält sich mit direkter Einmischung in seinen ehemaligen Kolonien immer mehr zurück. Präsident François Hollande schloss zuletzt den Einsatz französischer Soldaten zum Schutz der Regierung in Bangui aus. Er hat aber alle Konfliktparteien in der Zentralafrikanischen Republik zum Dialog aufgerufen. Wie der Elysée-Palast in Paris heute mitteilte, forderte Hollande die Beteiligten ausserdem dazu auf, «die Feindseligkeiten einzustellen». Auf den Wunsch des Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik, François Bozizé, ihn zu treffen, ging Hollande jedoch nicht ein.

Frankreich hat indes seine Truppenpräsenz im Land weiter verstärkt. Es seien 180 zusätzliche Soldaten in Bangui eingetroffen, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums heute in Paris mit. Damit sind jetzt 580 französische Militärangehörige in Zentralafrika im Einsatz. In der Zentralafrikanischen Republik leben etwa 1200 Franzosen. Auch der französische Regierungschef Jean-Marc Ayrault hatte am Freitag bekräftigt, dass sich sein Land aus dem Konflikt heraushalten wolle.

Der jüngste Aufstand unterstreicht die unsichere Lage in dem Land, in dem die Armut trotz reicher Uran-, Gold- und Diamanten-Vorkommen gross ist. Die Regierung hat zudem über die Hauptstadt hinaus nur wenig Einfluss, weshalb Teile des Landes immer wieder in Konflikte von Nachbarländern wie Sudan und der Demokratischen Republik Kongo hineingezogen werden.

SDA/rbi

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