Zum Hauptinhalt springen

Rebellen starten Grossoffensive «Vulkan»

Zwei Stadtteile von Damaskus seien bereits in ihrer Hand, sagen die syrischen Aufständischen. Sie sprechen von einem «Wendepunkt». Doch die Furcht herrscht, dass Assad Chemiewaffen einsetzen könnte.

Vom Himmel geholt: Dieses Bild eines Bewohners in Damaskus soll einen brennenden Helikopter der Regierung zeigen. (27. August 2012)
Vom Himmel geholt: Dieses Bild eines Bewohners in Damaskus soll einen brennenden Helikopter der Regierung zeigen. (27. August 2012)
Reuters
Gefahr aus der Luft: Syrische Rebellen feuern auf einen Kampfjet, der Damaskus beschiesst. (23. August 2012)
Gefahr aus der Luft: Syrische Rebellen feuern auf einen Kampfjet, der Damaskus beschiesst. (23. August 2012)
AFP
Symbolträchtig: Eine Flagge der Opposition mitten auf einer Strasse in Tadamon. (15. Juli 2012)
Symbolträchtig: Eine Flagge der Opposition mitten auf einer Strasse in Tadamon. (15. Juli 2012)
Reuters
1 / 24

Die Kommandozentrale der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) in Homs rief gestern Abend in einer Erklärung «in Reaktion auf Massaker und barbarische Verbrechen» der Regierung zu Angriffen auf alle Sitze der Sicherheitskräfte auf.

Ihre Kämpfer sollten alle Kontrollposten der Armee, der Sicherheitskräfte und der Shabiha-Milizen einkreisen und eliminieren. Die «Damaskus Vulkan und Erdbeben Syriens» getaufte Operation sei der «erste strategische Schritt» zum zivilen Ungehorsam in ganz Syrien, erklärte die FSA. Gestern war es den Aufständischen nach eigenen Angaben gelungen, die Armee aus zwei Vierteln der Hauptstadt zu vertreiben. Ein Aktivist, der seinen Namen als Abu Musab angab, bezeichnete die Entwicklung als «Wendepunkt» in dem seit März 2011 andauernden Aufstand gegen Präsident Bashar al-Assad.

Auf Internetvideos war zu sehen, wie Kämpfer hinter Barrikaden aus Sandsäcken Panzerabwehrraketen abfeuerten. Laut Aktivisten zog die Armee Panzer um das nahe dem Stadtzentrum gelegene Viertel Midan zusammen, das von den Aufständischen kontrolliert wurde.

Aus dem ebenfalls von den Rebellen gehaltenen Stadtteil Tadamon seien zahlreiche Einwohner in das nahe gelegene palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk geflohen, hiess es aus anderer Quelle.

Warnung vor chemischen Waffen

Unterdessen warnte Syriens früherer Botschafter in Bagdad, Nawaf Fares, vor dem Einsatz chemischer Waffen durch die Regierung. Er sei überzeugt, dass Assad bereit sei, «das gesamte syrische Volk auszulöschen», um an der Macht zu bleiben, sagte Fares dem britischen Rundfunk BBC.

Sollte er weiter in die Enge gedrängt werden, könnte er auch Chemiewaffen verwenden. Es gebe unbestätigte Berichte, dass in Homs bereits Chemiewaffen eingesetzt worden seien. Der Ausgang des Konflikts sei nun «unvermeidbar», sagte Fares. «Es ist absolut sicher, dass diese Regierung in kurzer Zeit fallen wird.»

Fares, der als Hardliner galt und jahrzehntelang zahlreiche hohe Posten in den syrischen Sicherheitskräften, der Regierungspartei und der Staatsverwaltung innehatte, hatte sich am Mittwoch von Bagdad nach Katar abgesetzt. Gerüchten zufolge spekuliert er auf einen Posten in der Regierung nach Assad.

AFP/sda/kle/wid

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch