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Rebellen starten Offensive vor Tripolis

Die Nato hat den Rebellen grünes Licht für einen Angriff südlich der libyschen Hauptstadt gegeben. Es geht um die Rückeroberung eines strategisch wichtigen Ortes.

Haben zwei weitere Städte eingenommen: Libysche Rebellen in der Stadt Sawija. (19. August 2011)
Haben zwei weitere Städte eingenommen: Libysche Rebellen in der Stadt Sawija. (19. August 2011)
Keystone
Dingfest gemacht: Rebellen haben in Sawija einen Heckenschützen der libyschen Armee festgenommen. (16. August 2011)
Dingfest gemacht: Rebellen haben in Sawija einen Heckenschützen der libyschen Armee festgenommen. (16. August 2011)
Keystone
Die Nato intensiviert ihre Angriffe: Die Bilder wurden von einem Jet der britischen Royal Air Force aufgenommen. (6. Mai 2011)
Die Nato intensiviert ihre Angriffe: Die Bilder wurden von einem Jet der britischen Royal Air Force aufgenommen. (6. Mai 2011)
Keystone
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Libyens Rebellen haben am Morgen ihre angekündigte Offensive gegen die Truppen von Machthaber Muammar al-Ghadhafi südlich der Hauptstadt Tripolis gestartet. «Wir haben heute Morgen grünes Licht von der Nato bekommen, und die Offensive hat begonnen», erklärte ein Mitglied des Revolutionskomitees in der Stadt Sintan. «So lange hatten wir noch gewartet.»

Berichten eines AFP-Korrespondenten zufolge lieferten sich die Aufständischen heftige Gefechte mit regierungstreuen Truppen in Gualitsch, rund 50 Kilometer südlich von Tripolis. Auch Kanonen- und Granatfeuer war zu hören. Über dem Gebiet kreisten zudem Nato-Flugzeuge, sie griffen aber nicht in die Kämpfe ein.

Die libyschen Rebellen hatten die Offensive am Wochenende angekündigt. Sie wollen unter anderem den strategisch wichtigen Ort Bir al-Ghanam südlich von Tripolis zurückerobern. Zuvor hatten Ghadhafis Truppen die Aufständischen dort zurückgedrängt.

Mit zerbeulten Geländewagen an die Front

Technisch sind die libyschen Rebellen den Truppen von Machthaber Muammar el al-Ghadhafi hoffnungslos unterlegen. Aber Not macht bekanntlich erfinderisch. Weil sich der Westen bei der Versorgung mit Waffen zögerlich zeigt, gehen die Aufständischen selbst ans Werk: In improvisierten Fabriken reparieren sie alte Waffen und bauen zivile Fahrzeuge zu militärischen um.

In einem Lager in Radschma, rund 30 Kilometer östlich der Rebellenhochburg Bengasi, bastelt eine Handvoll Ingenieure neue Waffen – aus alten. Als Ersatzteillager dienen gepanzerte Truppentransporter aus Zeiten des Kalten Krieges. «Wir haben nichts, keine Ersatzteile», berichtet der Ingenieur Hamed Mahloof, der gerade versucht, einen gut 50 Jahre alten Schützenpanzer sowjetischer Bauart kurzzuschliessen. Rauch steigt auf, Funken fliegen - und plötzlich macht der Panzer einen Satz nach hinten und rollt in die Werkstatt.

Mit Bastelarbeit erfolgreich

Mahloof, der schon seit über 30 Jahren als Panzermechaniker arbeitet, schlachtet in der improvisierten Rüstungsschmiede tagein, tagaus abgewrackte Fahrzeuge aus. Andere Ersatzteile hat er nicht, um die Panzer zu reparieren, die bei den Kämpfen mit Ghadhafis Truppen beschädigt werden.

Doch Mahloof und seine drei Kollegen sind mit ihrer Bastelarbeit erfolgreich. Um sie herum stehen geplünderte, rostige Wracks in der Sonne. Als nächstes versucht er den sandfarbenen Aufbau eines alten Sowjetpanzers abzubauen, um ihn durch eine verrostete, aber wirkungsvollere Fliegerabwehrkanone zu ersetzen. Die alte Kanone will der Mechaniker später auf die Pritsche eines Geländewagens schrauben. Die zerbeulten und rostigen Toyota-Pickups, auf deren Ladeflächen die Rebellen Schnellfeuergewehre montiert haben, sind längst zum Symbol für den Aufstand in Libyen geworden.

Mangels technisch ausgereifterer Alternativen sind in einem Nebenraum der Rüstungswerkstatt in Radschma drei Männer damit beschäftigt, Panzerfäuste zu basteln – aus Rohren, Griffen von alten Kalaschnikows, Geschirrtüchern und Abzugshebeln, die verdächtig nach Lichtschaltern aussehen. Der Panzermechaniker Mahloof sagt, dass er bald auf neue Waffen hofft. Sollten die Rebellen aber keine bekommen, werde er aber eben weiter «24 Stunden am Tag» arbeiten.

sda/AFP/jak/bru

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