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Rivalen in Wut vereint

Ghadhafi war nie ein Freund Algeriens. Trotzdem hat das Land Frau und Kinder des libyschen Diktators aufgenommen – aus Opposition gegen den Westen und aus Angst vor den Islamisten.

Oliver Meiler
Gipfeltreffen im Jahr 2005: Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika begrüsst Muammar al-Ghadhafi.
Gipfeltreffen im Jahr 2005: Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika begrüsst Muammar al-Ghadhafi.
Keystone

In der Wüste sei Gastfreundschaft «eine heilige Regel», sagt Algeriens UNO-Botschafter Mourad Benmehidi, wenn man ihn fragt, warum sein Land die Frau und drei Kinder von Muammar al-Ghadhafi «aus humanitären Gründen» aufgenommen habe, als diese am Montag irgendwo an der fast tausend Kilometer langen Wüstengrenze zwischen den beiden Ländern standen. Die Tochter des Herrschers, Aisha, sei hochschwanger gewesen und habe schnelle Hilfe gebraucht, rechtfertigt sich die Regierung in Algier. Tatsächlich: Das Kind kam am Dienstag zur Welt. Mutter und Tochter sind dem Vernehmen nach wohlauf. Der Hintergrund des Manövers aber ist viel prosaischer und politischer, als die offiziellen Stellungnahmen erkennen lassen.

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