Zum Hauptinhalt springen

Russland schickt Kriegsschiffe nach Syrien

Der russische U-Boot-Zerstörer «Admiral Tschabanenko» legte von einem Stützpunkt im Nordwesten des Landes ab und nimmt Kurs Richtung Mittelmeer.

Auf dem Weg Richtung Mittelmeer: U-Boot-Zerstörer Admiral Tschabanenko. (Archiv)
Auf dem Weg Richtung Mittelmeer: U-Boot-Zerstörer Admiral Tschabanenko. (Archiv)
AFP

Die Admiral Tschabanenko wird laut der Nachrichtenagentur Interfax von drei Landungsschiffen begleitet, die eine grosse Zahl von Soldaten transportieren können. Auf dem Weg ins Mittelmeer sollen sich der Flotte noch zwei weitere Schiffe anschliessen, darunter das Patrouillenschiff Jaroslow Mudri, wie Interfax unter Berufung auf Militärkreise berichtete.

Mitte Juni hatte Interfax berichtet, bei der geplanten Marinemission gehe es um den Schutz von russischen Staatsangehörigen auf Moskaus einzigem Stützpunkt im Mittelmeer. Tartus ist seit Sowjetzeiten ein Stützpunkt der russischen Marine und hat für Moskau eine grosse strategische Bedeutung.

Keine russischen Waffen mehr für Syrien

Russland gilt als enger Verbündeter des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad, der seit März 2011 landesweite Massenproteste blutig niederschlagen lässt. Nach Angaben der Opposition wurden in dem Konflikt bisher mehr als 17'000 Menschen getötet.

Gestern hatte Russland gemeldet, es wolle keine neuen Verträge über Waffenexporte nach Syrien schliessen, bis sich die Lage in dem Land wieder beruhigt hat. Allerdings werde Moskau mit bereits vereinbarten Exporten fortfahren. Bis dato habe Russland die syrischen Streitkräfte mit Ersatzteilen versorgt und die Reparatur bereits früher gelieferter Waffen unterstützt, sagte Wjatscheslaw Dsirkaln, der stellvertretende Leiter der Behörde für militärische und technische Zusammenarbeit. Hubschrauber und Kampfflugzeuge würden allerdings nicht an Damaskus geliefert, unterstrich der Behördenvertreter.

William Hague begrüsst Moskaus Entscheidung

Derweil setzt Präsident Wladimir Putin im Ringen um ein Ende der Gewalt in Syrien auf Druck von aussen. Das Regime und die Oppositionsgruppen sollten zur Aufnahme eines Dialogs «gezwungen» werden, erklärte Putin am Montag. Der von Moskau angestrebte Dialog sei «komplizierter und feiner» als eine bewaffnete Lösung des Konflikts.

Der britische Aussenminister William Hague begrüsste die Entscheidung Moskaus, vorerst keine neuen Waffen zu liefern. Er fügte aber hinzu, dass Grossbritannien gerne einen Stopp aller Waffenlieferungen an ein Regime sehen würde, das so viele Menschen seines eigenen Volkes getötet habe.

Die russische Stellungnahme sei ein gutes Zeichen, gleichwohl bedürfe es weiterer Klärung, sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Patrick Ventrell, in Washington. «Wir haben wiederholt unsere Einwände mit der russischen Regierung auf zahlreichen Ebenen diskutiert», sagte der Sprecher. So habe man gegenüber Moskau deutlich gemacht, dass der weitere Verkauf von Waffen an das Regime den Konflikt nur noch mehr anfache. «Deshalb wollen wir, dass sie sämtliche Waffenlieferungen stoppen. Das gilt nicht nur für die bestehenden Verträge, sondern ebenso für alle neuen», sagte Ventrell.

AFP

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch