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Saleh kündigt Ausreise in die USA an

Der scheidende jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh will nach eigenen Angaben innerhalb der nächsten Tage in die USA ausreisen – und denkt bereits laut über eine Rückkehr nach.

Bald schon in den USA: Der jemenitische Präsident Saleh auf einer Archivaufnahme vom Mai 2011.
Bald schon in den USA: Der jemenitische Präsident Saleh auf einer Archivaufnahme vom Mai 2011.
Reuters

Bei einem Angriff von Elitesoldaten auf Demonstranten im Jemen sind am Samstag mindestens neun Menschen getötet worden. Nach einem viertägigen Marsch waren etwa 100'000 Regierungsgegner aus der südlichen Stadt Tais in der Hauptstadt Sanaa angekommen, wo sich ihnen weitere Oppositionelle anschlossen.

Die Demonstranten forderten eine gerichtliche Aufarbeitung der Gewalt durch das Regime des scheidenden Staatschefs Ali Abdullah Saleh. Der seit 33 Jahren regierende Präsident hatte im November ein Abkommen zur Machtübergabe unterzeichnet, allerdings nur im Gegenzug für einen Schutz vor Strafverfolgung.

Die seit Februar anhaltende Protestbewegung gegen sein Regime hält daher an ihrem Widerstand fest. Seit dem Beginn der Proteste wurden hunderte Menschen im Jemen getötet. Gemäss dem vom Golfkooperationsrat ausgehandelten Abkommen bleibt Saleh bis zur Präsidentenwahl am 21. Februar als Ehrenpräsident formell im Amt. Bei der Wahl tritt dann Vizepräsident Abd Rabbo Mansur Hadi als einziger Kandidat an, um das Land für eine zweijährige Übergangsperiode zu führen.

Saleh kündigt Reise in USA an

Saleh kündigte am Abend an, er werde innerhalb weniger Tage in die USA ausreisen, damit die Regierung der nationalen Einheit Wahlen vorbereiten könne. Wann er abreisen werde, liess Saleh offen.

«Ich werde in die USA reisen, aber nicht zur ärztlichen Behandlung, denn es geht mir gut», sagte Saleh. Er wolle sich vielmehr der Aufmerksamkeit der Medien entziehen und es der Regierung ermöglichen, die Wahl vorzubereiten. Er werde sich einige Tage in den USA aufhalten und dann zurückkehren.

Mehr als 200 Verletzte

Trotz eines Befehls, sich aus den Strassen von Sanaa zurückzuziehen, stellte sich am Samstag eine Einheit unter Führung eines Sohnes von Saleh den Demonstranten entgegen.

Nach Angaben der Organisatoren des Protestzuges gingen die Soldaten mit Tränengas, Wasserwerfern und scharfer Munition gegen die Menschen vor. Laut Spitalmitarbeitern und Augenzeugen wurden mindestens neun Menschen getötet und mindestens 200 Demonstranten verletzt. Einige Demonstranten warfen in Reaktion auf die Angriffe mit Steinen.

Die Auseinandersetzungen dauerten am Abend noch an. Aus Kasernen im Umfeld von Sanaa wurden weitere Soldaten sowie Panzer zur Verstärkung geschickt.

dapd/jak

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