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Saleh ruft nach der Rückkehr zur Waffenruhe auf

Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh ist nach mehr als drei Monaten Abwesenheit in seine Heimat zurückgekehrt. Die Konfliktparteien sollen «den Weg frei machen für den Dialog».

Retour aus Saudiarabien: Jemens Präsident Ali Abdallah Saleh.
Retour aus Saudiarabien: Jemens Präsident Ali Abdallah Saleh.
Reuters

Nach seiner Rückkehr in den Jemen hat Staatschef Ali Abdullah Saleh die Konfliktparteien zu einer Waffenruhe aufgerufen. Alle politischen und militärischen Parteien sollten sich an eine Waffenruhe halten, sagte ein Vertreter des Präsidentenpalastes in der Hauptstadt Sanaa der Nachrichtenagentur AFP. Um das Blutvergiessen zu beenden und eine Lösung für den Konflikts zu finden, gebe es keine andere Möglichkeit als «den Dialog und Verhandlungen». Die Bundesregierung forderte Saleh nach seiner Rückkehr auf, den Weg für einen «friedlichen und geordneten Übergang» freizumachen.

Saleh war am Morgen nach rund dreieinhalb Monaten in Saudiarabien in seine Heimat zurückgekehrt. Er war am 3.Juni bei einem Granatenangriff auf seinen Palast in Sanaa verletzt worden, einen Tag später wurde er in ein Militärkrankenhaus in der saudiarabischen Hauptstadt Riad eingeliefert. Das Krankenhaus verliess er bereits Anfang August, seitdem hielt er sich offiziellen Angaben zufolge zur weiteren Genesung in Saudiarabien auf.

Seit Montag über 100 Menschen getötet

Seit acht Monaten protestieren die Menschen im Jemen gegen den seit 33 Jahren regierenden Saleh. Anhänger und Gegner des Präsidenten liefern sich in Sanaa blutige Gefechte. Seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe am Sonntag wurden mehr als hundert Menschen getötet. Eine am Dienstag von Vizepräsident Abdrabuh Mansur Hadi ausgerufene Waffenruhe war bereits am Mittwochmorgen missachtet worden.

Saleh müsse mit allen Parteien «unverzüglich» Verhandlungen aufnehmen, damit eine Übergangsregierung gebildet und Wahlen vorbereitet werde könnten, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Die Bundesregierung wolle das Land dabei unterstützen. Salehs Rückkehr erfolge «zu einem Zeitpunkt, in dem sich das Land in einer extrem fragilen Lage befindet», sagte der Aussenamts-Sprecher. Es müsse nun darum gehen, dass die Lage nicht weiter eskaliere. «Es steht letztlich zu befürchten, dass der Jemen zunehmend in Chaos und Unregierbarkeit abgeleitet», sagte der Sprecher. Nötig sei daher ein «geordneter politischer Übergang».

AFP/dapd/pbe/miw

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