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Schweizer tritt in Marokko in Hungerstreik

Weil er angeblich die Behörden verleumdet hat, sitzt ein Westschweizer in Südmarokko in Haft. Er verweigert eine Entschuldigung.

Ein marokkanisch-schweizerischer Doppelbürger, der seit Mitte Juni in Ouarzazate im Süden Marokkos im Gefängnis sitzt, ist in den Hungerstreik getreten. Labbas Sbai, der früher in der Westschweiz lebte, protestiert damit gegen seine erneute Festnahme.

Der Arzt, der seit 2006 mit der marokkanischen Justiz im Streit liegt, habe sich in den vergangenen vier Jahren geweigert, ein Gnadengesuch zu unterschreiben, erklärte der Bruder des Mannes, Ali Sbai, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Deshalb hätten die Behörden Labbas Sbai am 11. Juni in Casablanca erneut verhaftet. Er war Anfang Februar 2006 im Süden Marokkos wegen «Verleumdung» lokaler Behörden festgenommen worden. Nach Medienberichten wurde der Arzt damals verurteilt, weil er den Behörden vorgeworfen hatte, sie würden den Zigaretten- und Kamel-Schmuggel zwischen Marokko und Algerien decken.

«Er ist zäh»

Die Strafe wurde im Berufungsverfahren von sechs auf drei Monate Gefängnis reduziert. 2006 war Sbai in den Hungerstreik getreten und anschliessend frühzeitig aus der Haft entlassen worden.

Sein Bruder habe kein Gnadengesuch gestellt, weil er es ablehne, im vorliegenden Fall um Entschuldigung zu bitten, sagte Ali Sbai. Er bestätigte einen Artikel der Westschweizer Zeitung «Le Temps». Derzeit sei sein Bruder, dem es gesundheitlich schlecht gehe, in Spitalpflege, sagte Ali Sbai weiter: «Aber er ist zäh.»

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat Kenntnis von dem Fall, wie es auf Anfrage hiess. Der Mann geniesse den konsularischen Schutz der Schweiz, wobei dieser bei Doppelbürgern schwieriger zu garantieren sei, wie EDA- Mediensprecherin Carole Wälti gegenüber der SDA erklärte.

SDA/oku

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