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Sechs Blauhelmsoldaten bei Angriff in Mali getötet

Die malische Jihadistengruppe Ansar Dine hat den UN-Stützpunkt Minusma attackiert. Bundespräsident Gauck wollte die dort stationierten deutschen Soldaten treffen.

Deutsche Kurzvisite in Mali: Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Ankunft am Flughafen von Bamako, Mali. (12. Februar 2016)
Deutsche Kurzvisite in Mali: Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Ankunft am Flughafen von Bamako, Mali. (12. Februar 2016)
Wolfgang Kumm, Keystone

Kurz vor einem Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck in Mali sind bei einem Angriff auf die UN-Mission Minusma sechs Blauhelmsoldaten getötet worden. Nach UN-Angaben wurden rund 30 weitere Blauhelme verletzt, als Extremisten am Freitagmorgen den UN-Stützpunkt in Kidal im Nordosten attackierten. Die mit al-Qaida verbündete malische Dschihadistengruppe Ansar Dine bekannte sich zu dem Angriff. Nach Minusma-Angaben wurde der UN-Stützpunkt mit Raketen und einer Autobombe attackiert. Die getöteten Blauhelmsoldaten stammten aus Guinea. Kurz nach der Attacke in Kidal wurden bei einem weiteren Angriff in der Nähe von Timbuktu drei malische Soldaten getötet. Sie seien von Jihadisten aus einem Hinterhalt angegriffen worden, sagte ein Vertreter der malischen Armee.

Wenige Stunden nach der Attacke traf Gauck in der Hauptstadt Bamako ein. Der Bundespräsident traf sich dort mit Malis Staatschef Ibrahim Boubacar Keita, anschliessend wollte er unter anderem mit deutschen Soldaten und Vertretern der Minusma-Mission zusammenkommen. In dieser Woche hält sich auch der neue Minusma-Chef Mahamat Saleh Annadif in der Region auf. Er verurteilte den Anschlag auf den UN-Stützpunkt als «abscheulich und unverantwortlich».

Die gefährlichste UN-Mission

Mali war nach einem Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Ansar Dine, die sich zu dem Anschlag vom Freitag bekannte, gehört zu mehreren islamistischen Gruppierungen, die vom März 2012 bis Anfang Januar 2013 den Norden Malis unter ihrer Kontrolle hatten. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff schliesslich militärisch ein, um das Vorrücken der Islamisten und Rebellen vom Norden in den Süden des Landes zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Später übergaben die Franzosen die Verantwortung an die Minusma.

Der Einsatz gilt als die gefährlichste UN-Mission weltweit. Meist ereignen sich die Anschläge im Norden Malis, wo Islamisten und Tuareg-Rebellen sich weiter mit Gewalt Macht und Einfluss zu sichern versuchen. Erst vor einer Woche waren bei einem Überfall auf einen UN-Stützpunkt in Timbuktu ein malischer Soldat und mindestens vier Angreifer getötet worden. Zu der Attacke bekannte sich das Terrornetzwerk al-Qaida.

AFP/afo

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