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Selbstmordattentate in Damaskus – viele Tote

Zeitgleich mit der Syrien-Debatte im Uno-Sicherheitsrat haben sich heute zwei Selbstmordattentäter in Damaskus in die Luft gesprengt. Über 30 Menschen wurden getötet.

Bei zwei Selbstmordanschlägen in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind nach jüngsten Angaben 50 Menschen ums Leben gekommen. Diese Zahl nannten Mitarbeiter von Spitälern gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. In syrischen Staatsmedien war von 40 Toten die Rede.

Bei den Attentaten auf Gebäude der Sicherheitskräfte und des Geheimdienstes wurden heute nach syrischen Angaben zudem rund 100 Menschen verletzt. Das syrische Fernsehen beschuldigte das Terrornetzwerk al-Qaida, hinter den Anschlägen zu stecken.

Vor allem Zivilisten betroffen

Weiter hiess es im staatlichen Fernsehen, bei den Toten und Verletzten handle es sich zumeist um Zivilpersonen. Es waren die ersten Bombenanschläge in Damaskus seit Beginn des Aufstands gegen die Herrschaft von Präsident Baschar Assad in Syrien im März.

Die Bomben detonierten innerhalb einer Minute im Stadtbezirk Kfar Susa. «Die Explosionen haben das Haus erschüttert, es war schrecklich», sagte Nidal Hamidi, der in Kfar Sousa wohnt.

Im Umkreis von 200 Metern seien die Fensterscheiben zu Bruch gegangen. Unmittelbar nach der Detonation habe er Schüsse gehört, berichtete Hamidi.

Uneinigkeit im Uno-Sicherheitsrat

Derweil haben sich im Streit um eine Verurteilung der Gewalt in Syrien die Fronten im UNO-Sicherheitsrat weiter verhärtet. Bei einer Sitzung des Gremiums gestern verlangte der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin erneut eine Untersuchung zum Tod von Zivilisten durch den Nato-Militäreinsatz in Libyen.

Tschurkin warf der Nato vor, UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon die Information gegeben zu haben, dass bei den Nato-Angriffen keine Zivilisten getötet wurden. Moskau werde weiter auf eine Untersuchung drängen, um eine Vorgabe für zukünftige Sicherheitsrats- Autorisierungen zu setzen, so Tschurkin.

US-Botschafterin Susan Rice nannte Russlands Forderung vor Journalisten eine «Ablenkung und Show». Es verschleiere den Erfolg der Nato in Libyen, so Rice.

Untersuchungen zum Libyen-Einsatz

Rice und Frankreichs UNO-Botschafter Gérard Araud verwiesen zudem auf zwei laufende Untersuchungen durch den UNO-Menschenrechtsrat und den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, bei denen es auch um den Nato-Einsatz in Libyen gehe. Araud sagte, eine dritte Untersuchung sei unnötig, zumal es noch keine Ermittlungskommission der UNO zur Gewalt in Syrien gebe.

Die Regierung in Moskau gilt als Verbündeter von Syriens Staatschef Baschar al-Assad und hat eine UNO-Resolution zusammen mit der Vetomacht China bislang blockiert. In der vergangenen Woche legte Russland dann überraschend einen Resolutionsentwurf im Sicherheitsrat vor, der die Gewalt «aller Beteiligten» in Syrien verurteilt. Den westlichen Ländern ging der Entwurf allerdings nicht weit genug.

In Damaskus und anderen Städten des Landes gibt es seit Mitte März Massenproteste gegen Staatschef Baschar al-Assad. Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden gemäss der UNO mehr als 5000 Menschen getötet.

dapd/mrs

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