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«Sie hielten sich an allem Möglichen fest, um sich zu retten»

Vor der libyschen Küste haben die Rettungskräfte die Suche nach den vermissten Flüchtlingen fortgesetzt. Juan Matias von «Ärzte ohne Grenzen» erzählt vom Einsatz.

Sie haben überlebt: Migranten bringen sich auf einem Rettungsboot in Sicherheit. (5. August 2015)
Sie haben überlebt: Migranten bringen sich auf einem Rettungsboot in Sicherheit. (5. August 2015)
Keystone

Nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes vor der libyschen Küste suchen mehrere an der EU-Rettungsmission «Triton» beteiligte Schiffe noch nach Vermissten. An Bord des völlig überbesetzten Fischkutters befanden sich nach unterschiedlichen Angaben bis zu 700 Menschen.

Lediglich 360 von ihnen konnten bisher gerettet werden. 26 Leichen wurden geborgen. Ein Schiff mit den Leichen und den Überlebenden soll am Donnerstagnachmittag in Palermo eintreffen, wie die italienische Küstenwache berichtete. Fünf Flüchtlinge wurden auf dem Luftweg nach Sizilien gebracht, da ihr Zustand besorgniserregend sei.

«Es war ein fürchterlicher Anblick. Die Migranten hielten sich an allem Möglichen fest, um sich zu retten», berichtete Juan Matias, Koordinator bei der Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen», der an Bord des Schiffes «Dignity One» war, das Flüchtlingen zur Hilfe eilte.

Mittelmeer gilt als gefährlichste Fluchtroute

Das Boot hatte am späten Mittwochvormittag einen Notruf an die italienische Küstenwache im sizilianischen Catania gesandt. Als sich das erste Rettungsschiff, die «Le Niamh» der irischen Marine, dem Unglücksort näherte, liefen die Flüchtlinge in Panik auf eine Seite des Fischkutters, woraufhin dieser kenterte.

Das Mittelmeer gilt aktuell als die gefährlichste Fluchtroute. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) von Dienstag starben in diesem Jahr über 2000 Menschen beim Versuch, so nach Europa zu gelangen. Das bisher tödlichste Unglück ereignete sich im April, als mehr als 800 Flüchtlinge im Mittelmeer ertranken.

SDA/woz

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