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«Sirte wurde befreit»

Ghadhafis Heimatstadt Sirte sei vollständig in der Hand des libyschen Übergangsrats. Muammar al-Ghadhafi soll derweil seine Rückkehr an die Macht planen – mit Hilfe importierter Söldner.

Die letzten Stellungen sind gefallen: Soldaten des Übergangsrats in Sirte. (19. Oktober 2011)
Die letzten Stellungen sind gefallen: Soldaten des Übergangsrats in Sirte. (19. Oktober 2011)
Keystone
Aus vollen Rohren: Ein Ghadhafi-Gegner feuert in Sirte ein Maschinengewehr ab. (18. Oktober 2011)
Aus vollen Rohren: Ein Ghadhafi-Gegner feuert in Sirte ein Maschinengewehr ab. (18. Oktober 2011)
Reuters
«Die Strategie in Bani Walid heisst abwarten», sagt ein Sprecher des Übergangsrat: Die Kämpfer hinter der Frontlinie füllen ihre Zeit mit Spässen. (10. September 2011)
«Die Strategie in Bani Walid heisst abwarten», sagt ein Sprecher des Übergangsrat: Die Kämpfer hinter der Frontlinie füllen ihre Zeit mit Spässen. (10. September 2011)
AP/Keystone
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Einheiten des libyschen Übergangsrats stehen nach eigenen Angaben vor der Einnahme der letzten Hochburg des gestürzten Machthabers Muammar al-Ghadhafi. Je nach Quelle ist die Mittelmeerstadt Sirte bereits befreit.

Alle Stellungen der Ghadhafi-treuen Truppen in Sirte seien erobert worden, sagte heute Oberst Junus Al-Abdali, Kommandant der Truppen der Übergangsregierung im östlichen Teil der Heimatstadt Ghadhafis gemäss einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. «Sirte wurde befreit. Es gibt keine Ghadhafi-treuen Einheiten mehr in der Stadt.» Flüchtige Kämpfer würden verfolgt.

«Dies ist der letzte Tag der Schlacht»

Die Nachrichtenagentur AFP zitierte einen anderen Kommandanten, wonach noch für heute die Einnahme der Stadt erwartet wurde. «Dies ist der letzte Tag der Schlacht. In einigen Stunden werden wir verkünden, dass Sirte frei ist», sagte demnach Kommandant Hussein Abdel Salam. Ghadhafi ist knapp drei Monate nach seinem Sturz weiter auf der Flucht.

Derweil fürchtet der libysche Übergangsrat, dass der gestürzte Machthaber Muammar al Ghadhafi mit Söldnern aus anderen afrikanischen Ländern wieder an die Macht kommen will. Berichten zufolge hätten 68 Fahrzeuge mit jeweils acht Kämpfern von Mali kommend die libysche Grenze überquert, sagte der Vorsitzende der neuen De-facto-Regierung, Mahmud Dschibril. Ghadhafi, der sich möglicherweise in der südlichen Wüste aufhalte, habe offenbar mit dem Hamada-Stamm vereinbart, 12'000 Männer zu schicken, um «nach Libyen zu kommen und den Kampf zu beginnen», sagte Dschibril weiter.

Ghadhafi lässt seine Beziehungen spielen

Hintergrund der Äusserungen von Dschibril am ist, dass Ghadhafi in den vier Jahrzehnten, in denen er in Libyen an der Macht war, freundschaftliche Beziehungen zu vielen Ländern in Afrika aufgebaut hat. Das könnte ihm nun helfen, wenn er versucht, einen Aufstand gegen die neuen Herrscher in Libyen zu organisieren. Der Hamada-Stamm, der Ghadhafi nun möglicherweise unterstützt, wohnt im Grenzgebiet von Tschad, Sudan und Libyen.

Schon jetzt leisten Ghadhafi-Anhänger in etlichen Gebieten zumindest so viel Widerstand, dass die Übergangsregierung auch fast zwei Monate nach der Eroberung der Hauptstadt Tripolis noch nicht von einem völligen Sieg spricht. Eine der Hochburgen Ghadhafis, Bani Walid, konnten die Revolutionstruppen zwar erobern.

Ghadhafi-Kämpfer geflohen

Noch ist nicht klar, ob die Ghadhafi-Anhänger, die sich abgesetzt haben oder die vor den Kämpfen geflohen sind, wieder sammeln und einen Aufstand gegen die Übergangsregierung versuchen. Sie könnten dafür die Waffen benutzen, die Ghadhafi vermutlich in der Wüste im Süden des Landes versteckt hat. Ausnutzen könnte Ghadhafi vielleicht auch die schon bestehenden Spannungen innerhalb der Übergangsregierung. Diese vermutet, dass sich Ghadhafi irgendwo an der Grenze zu Niger und Algerien versteckt hält.

dapd/mrs

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