Syrische Armee nimmt wichtige Rebellen-Stadt ein

Regierungstruppen haben eine strategisch wichtige Enklave in der Provinz Idlib erobert. Über hundert Kämpfer seien dabei getötet worden.

Sie wurde zuerst bombardiert: Rauch steigt über der Al-Hobeits Nachbarstadt Khan Shaykhun in der Provinz Idlib auf. (5. August 2019) Foto: Omar Haj Kadour/AFP

Sie wurde zuerst bombardiert: Rauch steigt über der Al-Hobeits Nachbarstadt Khan Shaykhun in der Provinz Idlib auf. (5. August 2019) Foto: Omar Haj Kadour/AFP

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Die syrischen Regierungstruppen haben bei ihrer Offensive gegen die letzte grössere Rebellen-Enklave in der Provinz Idlib eine strategisch wichtige Stadt erobert. Bei Gefechten am Samstag seien mehr als hundert Kämpfer auf beiden Seiten getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit.

Die Einnahme von Al-Hobeit sei der bedeutendste Fortschritt, den die Armee von Präsident Baschar al-Assad seit Beginn der Offensive vor drei Monaten erreicht habe, erklärte die der Opposition nahestehende und in Grossbritannien ansässige Beobachtungsstelle. Sie stützt sich auf Informanten in Syrien.

Auch Medien der libanesischen Hisbollah-Miliz, die an der Seite der Assad-Armee gegen die Rebellen kämpft, meldeten die Einnahme al-Hobeits. Die Stadt sei der Zugang zum südlichen Teil der im Nordwesten des Landes gelegenen Provinz Idlib, zur wichtigen Autobahn zwischen der Hauptstadt Damaskus und Aleppo sowie zur Stadt Chan Scheichun.

Die Aufständischen äusserten sich zunächst nicht zum Vormarsch der Regierungstruppen. Nach ihrer Vertreibung aus anderen Landesteilen kontrollieren die Rebellen noch den grössten Teil der Provinz Idlib und Gebiete in den Provinzen Aleppo, Hama sowie Latakia. Ausserdem harren kleinere Rebelleneinheiten im Südosten Syriens an der Grenze zu Jordanien aus.

Die Türkei, die an den Norden Syriens grenzt und einige Rebelleneinheiten unterstützt, zugleich aber ein Erstarken der dortigen syrischen Kurden-Miliz YPG fürchtet, hat bei den Frontlinien militärische Beobachtungsposten eingerichtet. Das erschwert den Vormarsch der syrischen Regierungstruppen. Deren Offensive kam zuletzt langsam voran. (sda)

Erstellt: 11.08.2019, 12:51 Uhr

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