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Syrische Armee richtet Blutbad in Hama an

Sicherheitskräfte von Präsident Assad sollen laut Menschenrechtsaktivisten 22 Zivilisten in Hama getötet haben. Die Stadt hat eine besondere politische Bedeutung.

Eine Hochburg des Widerstands: Eine Aufnahme aus Hama vom April 2011.
Eine Hochburg des Widerstands: Eine Aufnahme aus Hama vom April 2011.
Keystone

In der nordsyrischen Stadt Hama sind nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation mindestens 22 Zivilisten von Sicherheitskräften getötet worden. Mehr als 80 Menschen seien zudem verletzt worden, einige davon schwer, erklärte der syrische Menschenrechtler Ammar Kurabi.

Einige Verletzte seien bis in ein Spital verfolgt worden. Die Sicherheitslage in Hama habe sich zudem weiter verschlechtert. Es gebe weiterhin Hausdurchsuchungen, Ermordungen und Festnahmen durch die syrischen Sicherheitskräfte, sagte der Aktivist.

Kurabi berichtete, dass die Menschen in grosser Zahl aus der 800'000 Einwohner zählenden Stadt in Richtung des nahegelegenen Al-Salamja und in Richtung der Hauptstadt Damaskus geflohen seien. Die Armee bewacht nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mit Panzern fast alle Zufahrten nach Hama.

Die Regierung dementiert

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete hingegen, «Banden von bewaffneten Saboteuren» hätten gestern in der nördlichen Stadt Hama Strassen blockiert und Strassensperren attackiert. Daraufhin sei es zu Gefechten gekommen, bei denen ein Offizier getötet worden sei.

13 Soldaten hätten Verletzungen erlitten. Die Angreifer hätten unter anderem Molotowcocktails verwendet. Sana berichtete, die Sicherheitskräfte seien von den Einwohnern der Stadt Hama um Hilfe gebeten worden. In Hama wurden 1982 bei der gewaltsamen Niederschlagung eines Aufstands der Muslimbrüder durch den damaligen Präsidenten Hafis al-Assad, dem Vater des heutigen Staatschefs, bis zu 20'000 Menschen getötet.

Die Stadt am Orontes-Fluss ist daher in Syrien bis heute von besonderer politischer Bedeutung. Wegen ihrer Geschichte war es nach dem Beginn der Proteste gegen Staatschef Assad Mitte März in der Stadt lange ruhig geblieben. Seit mehreren Wochen kommt es aber auch hier regelmässig zu Protesten.

Einige Absagen an «Nationalen Dialog»

Derweil wurde bekannt, dass einige Oppositionelle die Einladung der Regierung zu dem für kommenden Sonntag geplanten «Nationalen Dialog» über Reformen ausgeschlagen haben. Der Oppositionelle Luai Hussein erklärte auf Facebook, die Personen, die Ende Juni an einer Oppositionskonferenz in Damaskus teilgenommen hatten, seien nicht bereit, einen Dialog zu beginnen, solange die politische Führung nicht bereit sei, die Ursachen für die aktuelle Krise zu benennen.

Hussein bezeichnete die Missachtung der Menschenrechte als Hauptgrund für den Konflikt in Syrien.

SDA/jak

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