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Team Six liess Bin Laden keine Chance

Elitesoldaten der Navy Seals sorgten für den Überraschungscoup der Amerikaner in Pakistan. Die Truppe wird unter den härtesten Bedingungen ausgebildet, agiert schnell – und geriet auch schon in die Kritik.

Apocalypse Now – Ästhetik und Fitnesstipps für Wochenendkrieger: Image-Videos der Navy Seals (Quellen: Youtube und Navy Seals. Bearbeitung: jd)

79 handverlesene Elitesoldaten sorgten für das Ende des gefürchtetsten Mannes der Welt. Sie stürmten in der Nacht auf Montag das Versteck von Osama Bin Laden. 40 Minuten später waren der Terrorfürst und vier weitere Anwesende tot, die Navy Seals dafür um eine weitere Heldentat reicher. Die Operation dürfte viel zur Legendenbildung der Eliteeinheit beitragen. Schon heute betreibt die Truppe einen gigantischen Kult um sich.

2300 Mann stark ist die Elitetruppe, und im Internet präsentiert sie sich von ihrer härtesten Seite. Die Navy Seals bezeichnen sich als «Männer aus Stahl». Bilder zeigen Soldaten, die minutenlang in eiskaltem Meerwasser liegen, um sich gegen die schlimmsten Kampfbedingungen abzuhärten. Scharfschützen schleichen in der Morgendämmerung durch arabische Halbwüsten, ein Team seilt sich in Windeseile aus einem Helikopter ab. Alles schwierige Einsätze – denn einfach ist keine Operation der Seals. «Der einzige einfache Tag für einen Seal war gestern», heisst deshalb die Losung der Seals folgerichtig.

Kampf in der Arktis und in der Wüste

27 Wochen dauert die Grundausbildung, wer diese übersteht – etwa 20 Prozent –, hängt 18 weitere Monate an. Ursprünglich hatten die Seals die Aufgabe, als Aufklärungseinheit auf den Schiffen der Marine mitzufahren, doch mit der Zeit erhielten sie immer anspruchsvollere Aufgaben. Sie sind in kleinen Teams in feindlichem Gebiet aktiv und kundschaften dort gegnerische Ziele aus. Sie werden auf sämtlichen möglichen Kampfschauplätzen der Welt ausgebildet: in der Arktis, in der Wüste, im Dschungel, in der Grossstadt. Davon zeugt auch der Name der Einheit: Seal steht für Sea, Air und Land.

Die Truppe ist auf sogenannte «capture-kill»-Missionen spezialisiert, bei denen eine Zielperson entweder gefangen genommen oder getötet wird. Beim Angriff auf das Versteck des Al-Qaida-Chefs kamen die Leute des Team Six zum Einsatz – die Besten der Besten. «Jeder Mann hat ein Dutzend Verantwortlichkeiten», schreibt das ehemalige Team-Six-Mitglied Howard Wasdin in einem Buch, das am 24. Mai erscheint. «Wenn ein Seal bei einem Einsatz fällt, kann deshalb sofort ein anderer einspringen.»

Team Six war allerdings nicht immer unumstritten: In den 90er-Jahren war es nach einem Skandal vorübergehend abgeschafft worden, weil sich die Truppe illegal Ausrüstung beschafft und sich mit Geld finanziert hatte, dessen Ursprung dubios war. Der erfolgreiche Schlag gegen Bin Laden dürfte deshalb eine umso grössere Genugtuung für die Elitesoldaten sein.

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