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Teheran lässt erstmals seit 2011 Inspektoren in Atomanlage Arak

Die iranische Atomanlage von Arak wird vom Westen beargwöhnt, weil darin theoretisch waffenfähiges Plutonium hergestellt werden kann. Erstmals durften zwei Inspektoren der IAEA Arak besuchen.

Liegt 240 Kilometer südlich von Teheran: Die Atomanlage Arak.
Liegt 240 Kilometer südlich von Teheran: Die Atomanlage Arak.
AFP

Erstmals seit mehr als zwei Jahren haben Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA die iranische Atomanlage in Arak besucht. Die beiden IAEA-Experten begutachteten die Schwerwasser-Anlage, wie der Sprecher der nationalen Atomaufsicht, Behrus Kamalwandi, sagte.

Danach würden sie mit dem Leiter der Iran-Arbeitsgruppe der IAEA, Massimo Aparo, nach Wien zurückreisen. Die Inspektion beruht auf dem Ende November mit Teheran geschlossenen Atomabkommen.

Die IAEA-Inspektoren waren am Samstag im Iran eingetroffen und nahmen am Sonntagmorgen ihre Arbeit im 240 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Teheran gelegenen Arak auf, wie Kamalwandi mitteilte. Sein Land habe die IAEA ausserdem mit den «geforderten Informationen über die laufende Forschung» seiner neuen Zentrifugen zur Urananreicherung versorgt.

Schwerwasserreaktor ab 2014 in Betrieb

Mit der Einladung der Inspektoren nach Arak erfüllt der Iran eine seiner Verpflichtungen aus dem Ende November getroffenen Atomabkommen mit den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland. Die Anlage in Arak wird vom Westen beargwöhnt, weil darin in der Theorie waffenfähiges Plutonium hergestellt werden kann. Dem Atomabkommen zufolge darf Teheran den Reaktor in den kommenden sechs Monaten nicht hochfahren oder Brennelemente dorthin transportieren.

Der Schwerwasserreaktor in Arak soll ohnehin erst Ende 2014 in Betrieb gehen. Zu der Anlage gehört aber auch eine Schwerwasserfabrik. Zuletzt suchten Inspektoren im August 2011 die Anlage auf. Die IAEA durfte sie regelmässig besuchen. Seit 2006 hat die IAEA nach eigenen Angaben aber keine aktuellen Detailpläne über den Schwerwasserreaktor mehr erhalten.

Treffen am Montag

Für Montag war ein Treffen von Experten des Iran mit Vertretern der 5 1-Gruppe sowie einer Delegation der EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton geplant. In den zweitägigen Gesprächen solle die konkrete Umsetzung des Atomabkommens von Genf erörtert werden, sagte Irans Vize-Aussenminister Abbas Araghschi der Nachrichtenagentur Isna.

Bei der Aushandlung des Atomabkommens mit dem Iran war der Schwerwasserreaktor in Arak einer der wichtigsten Streitpunkte. Die Ende November in Genf erzielte Einigung sieht unter anderem vor, dass der Iran sein Programm zur Urananreicherung erheblich einschränkt. Im Gegenzug sollen erste Sanktionen des Westens gelockert werden. Binnen sechs Monaten soll dann ein dauerhaftes Abkommen ausgehandelt werden, um den Atomkonflikt beizulegen.

Obama zurückhaltend

US-Präsident Barack Obama dämpfte die Erwartungen an das Folgeabkommen mit Teheran. «Man kann sich eine ideale Welt vorstellen, in der der Iran sagen würde 'wir zerstören jedes Element und Infrastruktur' (...), aber ich glaube, wir müssen realistischer sein», sagte Obama am Samstag beim Jahrestreffen des Saba-Zentrum für Nahost-Politik in Washington.

Wenn der Iran «sein Atomprogramm bis zur letzten Schraube offen» lege und auf alle Möglichkeiten zu einem militärischen Atomprogramm verzichte, werde er zustimmen.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel machte derweil bei einem Besuch im Golfstaat Bahrain deutlich, dass sein Land auch nach der vorläufigen Einigung mit dem Iran über die Zukunft seines Atomprogramms die Zahl seiner Soldaten in der Golfregion vorerst nicht reduzieren wolle. Dies betreffe «die Präsenz am Boden, in der Luft und auf See» mit mehr als 35'000 Soldaten.

SDA

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