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Teheran lässt nach Mord an Grenzwächtern Gefangene hängen

Bei Gefechten mit «Kriminellen oder Rebellen» an der Grenze zwischen Iran und Pakistan wurden 14 Grenzwächter getötet. Die Antwort aus Teheran liess nicht lange auf sich warten.

Unklar, welche Rebellenorganisation dahintersteckt: Bewaffnete Iraner im Grenzorf Kalat-e-Menar. (Archivbild)
Unklar, welche Rebellenorganisation dahintersteckt: Bewaffnete Iraner im Grenzorf Kalat-e-Menar. (Archivbild)

Nach einem Überfall auf Grenzsoldaten mit 14 Toten im Iran haben die Behörden 16 angebliche Rebellen hinrichten lassen. Dies berichtete die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars.

Nur wenige Stunden zuvor waren bei Gefechten in der Bergregion bei Saravan in der Nähe der pakistanischen Grenze die 14 Grenzsoldaten getötet und fünf weitere verletzt worden. Es habe an der Grenze nahe der Stadt Sarawan Gefechte mit dem Iran feindlich gesinnten «Kriminellen oder Rebellen» gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Irna. Zunächst hiess es, es werde ermittelt, ob hinter dem Angriff Drogenschmuggler oder bewaffnete Oppositionelle stecken.

Bewaffnete Gruppen aktiv

Schon kurz darauf kam die Meldung von den Exekutionen. Die Agentur Fars stellte einen Zusammenhang mit dem Überfall her. Wichtige Details blieben jedoch offen. So ist unklar, welcher Rebellenorganisation die Hingerichteten angehört haben sollen. Auch wurde kein Prozess erwähnt. Fars legte nahe, dass es sich um eine Gruppe bereits verurteilter Gefangener handelte, deren Todesurteil nach dem Überfall vollzogen wurde.

In dem Grenzgebiet im Südosten des Iran sind bewaffnete Gruppen ethnischer Belutschen aktiv. Der Iran liegt zudem an einer wichtigen Drogenschmuggelroute zwischen Afghanistan und Europa und den Golfstaaten.

Schmuggelroute für Drogen

Sarawan liegt in der südostiranischen Provinz Sistan-Belutschistan. Die Grenzregion zu Pakistan ist die Hauptroute für Drogenschmuggel von pakistanischen und afghanischen Kartellen in den Iran. Die Drogen werden dann via Iran nach Europa und in die arabischen Golfstaaten gebracht.

In der Bergregion sind auch sunnitische Rebellen aktiv. Mehr als 90 Prozent der Iraner sind Schiiten. Die sunnitischen Minderheiten leben hauptsächlich in den Grenzregionen, fühlen sich benachteiligt und fordern mehr Autonomierechte. Immer wieder gibt es Gewalttaten.

sda/AP/ajk

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