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Tote und Verletzte bei «Giftgas-Angriff» in Syrien

In Syrien soll es erneut einen Giftgasangriff gegeben haben. Regierung und Rebellen geben sich gegenseitig die Schuld. Präsident Assad sieht derweil einen «Wendepunkt» im Bürgerkrieg zugunsten seiner Armee.

Die Stadt liegt in Trümmern: Aleppo nach einem Luftangriff der Regierungstruppen. (12. April 2014)
Die Stadt liegt in Trümmern: Aleppo nach einem Luftangriff der Regierungstruppen. (12. April 2014)
AP Photo
Schwere Gefechte: Zwei syrische Oppositionskämpfer verteidigen in Aleppo ihren Posten. (11. April 2014)
Schwere Gefechte: Zwei syrische Oppositionskämpfer verteidigen in Aleppo ihren Posten. (11. April 2014)
AFP
Kampfpause: Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee in Aleppo. (11. April 2014)
Kampfpause: Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee in Aleppo. (11. April 2014)
Reuters
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Acht Monate nach dem verheerenden und international geächteten Chemiewaffenangriff nahe der Hauptstadt Damaskus hat es offenbar einen erneuten Giftgasangriff gegeben. In dem Dorf Kfar Seita in der von Rebellen gehaltenen Provinz Hama soll es dabei Tote und Verletzte gegeben haben. Die syrische Regierung und die Rebellen schoben sich gegenseitig die Schuld dafür zu.

Die Umstände des mutmasslichen Angriffs blieben indes weiter unklar. Die USA hielten sich deshalb mit einem Kommentar zunächst zurück. Die UN-Botschafterin des Landes, Samantha Power, sagte, die USA wollten zunächst herausfinden, was wirklich geschehen sei, bevor sie darauf reagierten. Die bisherigen Berichte seien «soweit unbegründet», sagte sie.

Dicker Rauch über der Gegend

Unterdessen erklärte der syrische Präsident Baschar al-Assad in der Hauptstadt Damaskus, der Bürgerkrieg habe sich zugunsten der Regierung gewendet. Vor einer Gruppe von Studenten und Professoren der Universität sprach er von einem «Wendepunkt» angesichts der Erfolge seiner Armee im Kampf gegen die Rebellen, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 kamen nach Angaben von Aktivisten mehr als 150'000 Menschen ums Leben.

Den Giftgasangriff vom Freitag schrieb das staatliche Fernsehen am Wochenende Aufständischen der radikalislamischen Nusra-Front zu. Sie hätten in Kfar Seita etwa 200 Kilometer nördlich von Damaskus Chlorgas eingesetzt und damit zwei Menschen getötet sowie mehr als 100 verletzt.

Die vom Westen gestützte, grösste Oppositionsgruppe Syrische Nationale Koalition teilte ihrerseits mit, es habe Dutzende Verletzte gegeben. Angaben zur Art des verwendeten Gases machte sie nicht. Ein Aktivist der Gruppe Syrisches Beobachtungszentrum für Menschenrechte sagte, die Giftgasattacke sei offenbar während Luftangriffen verübt worden, als dicker Rauch über der Gegend gelegen habe. Weitere Details nannte er nicht.

Chemiewaffenbestände zerstört

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen gingen unterdessen am Wochenende in der im Norden gelegenen Stadt Aleppo weiter. Nach Angaben des Beobachtungszentrums kamen mindestens 29 Menschen ums Leben, darunter 16 Rebellen und 13 Zivilisten. Die Örtlichen Koordinationskomitees, eine Aktivistengruppe, berichteten, Assads Kriegsflugzeuge hätten am Sonntag neue Angriffe auf die Stadt geflogen und dabei auch die gefürchteten Fassbomben über Rebellen-Gebieten abgeworfen.

Im August 2013 waren bei einem Giftgasangriff Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Die USA und andere westliche Länder machten die Regierung von Präsident Baschar al-Assad dafür verantwortlich. Diese wies die Vorwürfe zurück und beschuldigte die Rebellen. Dennoch willigte Assad ein, die Chemiewaffenbestände und Produktionsstätten des Landes bis Mitte 2014 zerstören zu lassen. Damit wendete er einen drohenden Militärschlag der USA ab. Der Syrien-Konflikt dauert seit März 2011.

sda/AP/ajk

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