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Türkei sperrt Luftraum für israelische Flüge

Laut einem Medienbericht lässt der türkische Präsident Erdogan künftig keine israelischen Flugzeuge mehr passieren – als Reaktion auf den Militärangriff auf ein Gaza-Schiff Ende Mai.

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«Wir werden weitere Massnahmen treffen, falls nötig»: Recep Tayyip Erdogan am Sonntag in Toronto.
«Wir werden weitere Massnahmen treffen, falls nötig»: Recep Tayyip Erdogan am Sonntag in Toronto.

Die Türkei hat ihren Luftraum laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu für israelische Flugzeuge gesperrt. Die Massnahme sei nach der israelischen Militäraktion gegen eine Flotte mit Hilfsgütern für den Gazastreifen am 31. Mai verhängt worden, zitierte Anadolu Regierungschef Recep Tayyip Erdogan am Rande des G-20-Gipfels in Toronto.

«Alle unsere Massnahmen sind vereinbar mit nationalem und internationalem Recht», wird Erdogan zitiert. «Und wir werden weitere treffen, falls nötig.» Die Beziehungen mit Israel könnten jedoch sofort normalisiert werden, sobald dieses die Bedingungen der Türkei akzeptiere.

Die Türkei rief nach dem Angriff auf das Schiff Mavi Marmara Ende Mai ihren Botschafter aus Israel zurück und sagte gemeinsame Militärmanöver ab. Bei der Militäraktion wurden neun Menschen getötet, acht Türken und eine Person mit türkischer und amerikanischer Staatsbürgerschaft. Israel wirft den Helfern die Unterstützung der militanten Hamas vor.

Israelische Zeitung berichtet von Sperre

Ankara fordert von Israel die Rückgabe der beschlagnahmten Schiffe, eine Entschädigung der Opfer und eine internationale Untersuchung des Zwischenfalls. Eine internationale Untersuchung hat Israel abgelehnt und statt dessen eigene Ermittlungen eingeleitet, der zwei ausländische Beobachter beiwohnen.

Die israelische Zeitung «Yediot Ahronot» schrieb am Sonntag, die Türkei habe einem israelischen Flugzeug mit mehr als 100 Offizieren an Bord die Nutzung ihres Luftraums verwehrt. Die Maschine habe einen Umweg nehmen müssen, berichtete das Blatt. Die israelischen Streitkräfte hätten offiziell nicht auf den Vorfall reagiert, um die Spannungen mit der Türkei nicht weiter anzuheizen. Laut der nationalistisch orientierten Zeitung seien die Offiziere unterwegs zur Holocaust-Gedenkstätte in Auschwitz gewesen.

(dapd)

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