«Tun Sie, was wir sagen, und Ihnen passiert nichts»

Eine Audiodatei offenbart den Funkverkehr zwischen den iranischen Revolutionsgarden und einem britischen Kriegsschiff kurz vor der Übernahme eines Tankers durch den Iran.

Der britische Öltanker «Stena Impero» wird derzeit vom Iran in einem Hafen in der Strasse von Hormus festgehalten. (Foto: Keystone)

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Ungeachtet zahlreicher internationaler Appelle hält der Iran den britischen Tanker «Stena Impero» weiter fest. Mittlerweile ist eine Audiodatei aufgetaucht, welche den Funkverkehr zwischen einem britischen Kriegsschiff und dem Iran offenbart. Darin ist ein harscher Wortwechsel zu hören, bei dem die iranische Seite das Schiff wiederholt zu einer Wende auffordert, damit es inspiziert werden könne. «Tun Sie, was wir sagen, und Ihnen passiert nichts», funkt wiederholt ein iranischer Revolutionsgardist. Das Kriegsschiff ermahnt darauf die Gegenseite, sie dürfe internationales Recht nicht verletzen.

Video: So kaperten die Revolutionsgarden den Tanker

Die iranischen Revolutionsgarden haben Videomaterial veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie sich ein Kommando aus einem Helikopter auf den britischen Öltanker «Stena Impero» abseilt. (Video: AP)

Trotzdem wurde der britische Tanker am Freitag von den iranischen Revolutionsgarden beschlagnahmt, weil er gegen «internationale Schifffahrtsregeln» verstossen haben soll. Womöglich ist die Beschlagnahmung aber auch eine Vergeltung für die andauernde Festsetzung eines iranischen Tankers im britischen Überseegebiet Gibraltar.

Freilassung von «Kooperation der Crew» abhängig

Die Untersuchung zu dem Vorfall, der am Freitag zur Beschlagnahmung der «Stena Impero» in der Strasse von Hormus geführt hatte, «hängt von der Kooperation der Besatzungsmitglieder auf dem Schiff ab», erklärte der Chef der Hafen- und Schifffahrtsbehörde der iranischen Provinz Hormosgan, Allah-Morad Afifipoor, am Sonntag.

Ausserdem müssten die iranischen Behörden Zugang zu den zur Klärung «notwendigen Beweisen» erhalten, forderte Afifipoor. Die Behörden bemühten sich darum, «alle Informationen so schnell wie möglich zusammenzutragen».

Iranischer Öltanker wieder freigegeben

Die iranischen Revolutionsgarden veröffentlichten am Samstag ein Video, das zeigt, wie die «Stena Impero» von Schnellbooten umzingelt wurde, bevor vermummte Einsatzkräfte sich aus einem Hubschrauber an einem Seil auf das Schiff hinabliessen. Später wurde der Tanker nach Bandar Abbas in der Provinz Hormosgan gebracht.

Die 23 Besatzungsmitglieder seien weiter an Bord, sagte Afifipoor. Es handelt sich um 18 Inder, darunter der Kapitän, drei Russen, einen Letten und einen Philippiner. «Alle befinden sich in einem guten Gesundheitszustand, sie sind auf dem Schiff und das Schiff befindet sich (...) an einem sicheren Ort vor Anker», führte der Behördenchef aus. «Wir sind bereit, ihren Bedürfnissen zu entsprechen. Aber wir müssen Ermittlungen hinsichtlich des Schiffes führen.»

Ringen um die Vorherrschaft in der Region

Der iranische Verkehrsminister Mohammed Eslami teilte derweil nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna mit, dass ein in Saudiarabien festsitzender iranischer Öltanker wieder freigegeben worden sei. Nach erfolgreichen Verhandlungen habe die «Happiness One» den Hafen von Dschiddah verlassen und Richtung Persischer Golf steuern können.

Nach Angaben von Schana, der offiziellen Agentur des iranischen Ölministeriums, hatte die Besatzung der «Happiness One» sich gezwungen gesehen, wegen einer «Motorpanne» den Hafen von Dschiddah anzusteuern. Saudiarabien ist ein scharfer Widersacher des Iran im Ringen um die Vorherrschaft in der Region.

(AFP)

Erstellt: 21.07.2019, 14:45 Uhr

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