Zum Hauptinhalt springen

Über 120 Vergewaltigungen im Kongo

In nur zehn Tagen kam es zu über Hundert Übergriffen an Frauen und zwei Morden an Zivilisten durch Angehörige der kongolesischen Regierungsarmee. Neun Soldaten wurden festgenommen.

Frauen und Kinder leiden am meisten unter dem kongolesischen Bürgerkrieg: Eine Mutter mit ihren Zwillingen. (Archivbild)
Frauen und Kinder leiden am meisten unter dem kongolesischen Bürgerkrieg: Eine Mutter mit ihren Zwillingen. (Archivbild)
Reuters

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind zur Zeit des Rückzugs der Regierungsarmee aus von Rebellen besetzten Gebieten nach Angaben der UNO mehr als 120 Frauen vergewaltigt worden.

Eine Untersuchung der UNO-Mission im Kongo (MONUSCO) auf der Grundlage von Befragungen von mehr als 200 Menschen habe ergeben, dass es zwischen dem 20. und 30. November mindestens 126 Fälle von Vergewaltigung und zwei Morde an Zivilisten gegeben habe, sagte UNO-Sprecher Martin Nesirky gestern in New York. Die Fälle hätten sich in der Region Minova nahe der Stadt Goma ereignet.

Neun Soldaten festgenommen

Neun Soldaten der Regierungsarmee seien festgenommen worden, zwei wegen Vergewaltigungsvorwürfen und sieben wegen mutmasslicher Plünderungen, führte Nesirky weiter aus. Die UNO habe den Vize-Regierungschef sowie den Verteidigungsminister des Landes über ihre Ergebnisse informiert.

Goma ist die Hauptstadt der rohstoffreichen Provinz Nord-Kivu. Die Rebellen der M23-Miliz hatten die Stadt am 20. November eingenommen, sich nach einer Übereinkunft mit der Regierung in Kinshasa Anfang Dezember aber wieder zurückgezogen.

Regierungsarmee schlecht organisiert

Im chronisch instabilen Osten des Kongo ist die schlecht organisierte und unterversorgte Regierungsarmee Teil des Problems. Löhne und Kriegsmaterial erreichen selten die untersten Ränge der Armee.

Die Miliz M23 besteht aus früheren Tutsi-Rebellen, die infolge eines Friedensabkommens in die Armee eingegliedert worden waren. Unter anderem aus Protest gegen ihre schlechten Lebensbedingungen verliessen sie Anfang des Jahres das Militär jedoch wieder und erhoben die Waffen gegen die Regierung.

SDA/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch