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Und dann legte sich ein Schatten auf die Kreuzung der Kulturen

Das Terrorattentat von Tunis verwundet das alte Selbstverständnis einer offenen Stadt. Und es trifft Tunesiens wichtigste Einnahmequelle.

Den Anschlag haben offenbar IS-Terroristen ausgeführt: Ein Mitglied der tunesischen Sicherheitskräfte vor dem Eingang zum Bardo-Museum in Tunis. (19. März 2015
Den Anschlag haben offenbar IS-Terroristen ausgeführt: Ein Mitglied der tunesischen Sicherheitskräfte vor dem Eingang zum Bardo-Museum in Tunis. (19. März 2015
Fethi Belaid, AFP
Ein Bündnis von Gewerkschaften und anderen Organisationen hat für heute Nachmittag zu einer Trauerkundgebung in der Nähe des Bardo-Museums in Tunis aufgerufen. Damit soll ein Zeichen der nationalen Einheit im Kampf gegen den Terrorismus gesetzt werden. Bild: «Tunesien bleibt aufrecht», heisst es auf dem Transparent einer Demonstrantin.
Ein Bündnis von Gewerkschaften und anderen Organisationen hat für heute Nachmittag zu einer Trauerkundgebung in der Nähe des Bardo-Museums in Tunis aufgerufen. Damit soll ein Zeichen der nationalen Einheit im Kampf gegen den Terrorismus gesetzt werden. Bild: «Tunesien bleibt aufrecht», heisst es auf dem Transparent einer Demonstrantin.
AFP
Und: Menschen aus Tunis versammelten sich vor den Toren des Museums und beteten für die Opfer. (18. März 2015)
Und: Menschen aus Tunis versammelten sich vor den Toren des Museums und beteten für die Opfer. (18. März 2015)
AP Photo/Michel Euler, Keystone
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Es war, so zeigen es die Bilder vom Schauplatz des Grauens, ein Morgen wie aus dem Reiseprospekt, in dieses sanfte Licht des Mittelmeers gebadet, ein Stich ins Orange. Tunis ist ein anmutiger Ort zu dieser Jahreszeit, vorsommerlich schon, 20 Grad.

Die Touristen, die vom ankernden Kreuzfahrtschiff Costa Fascinosa der italienischen Reederei Costa Crociere zur Städterundfahrt aufbrachen, trugen Hemden und leichte Schuhe. Die Kultur­interessierten unter ihnen wenigstens. Eine Tour durch Tunis ist ein besonderes Kulturerlebnis. Es kreuzen sich da die Welten, die vielen Epochen, die Religionen: Vor der Altstadt, der Medina, steht eine grosse Kathedrale, Saint-Vincent-de-Paul, als Zeugin eines friedlichen Miteinanders. Etwas ausserhalb des alten Zentrums, dem Chaos entrückt, stellt Tunesien seine Kulturgeschichte aus – die phönizische, punische, numidische, römische, arabische. Das Musée National du Bardo ist ein Pflichtstopp für jeden Reisenden, eines der grössten Museen des afrikanischen Kontinents, 23'000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, voller schöner Mosaike aus römischer Zeit und wertvoller archäologischer Stücke. Das Museum macht die Tunesier stolz. Erst vor einigen Jahren wurde es ausgebaut.

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