Zum Hauptinhalt springen

UN-Generalsekretär Ban warnt in Bangui vor neuem «Völkermord»

Erstmals seit Beginn der blutigen Unruhen ist Ban ki-Moon in der Zentralafrikanischen Republik. Dort verspricht er, den Konflikt nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

«Es ist Ihre Verantwortung als Führer sicherzustellen, dass es keine solchen Jahrestage in diesem Land gibt», sagte Ban ki-Moon in Erinnerung an den Genozid in Ruanda vor 20 jahren: Der UNO-Generalsekretär beim EU-Afrika-Gipfel in Brüssel. (2. April 2014)
«Es ist Ihre Verantwortung als Führer sicherzustellen, dass es keine solchen Jahrestage in diesem Land gibt», sagte Ban ki-Moon in Erinnerung an den Genozid in Ruanda vor 20 jahren: Der UNO-Generalsekretär beim EU-Afrika-Gipfel in Brüssel. (2. April 2014)
AP Photo

UN-Generalsekretär Ban ki-Moon hat den Bewohnern der Zentralafrikanischen Republik bei einem Besuch in dem von religiösen Konflikten zerrütteten Land Unterstützung zugesichert. «Ich bin hier, um meine Solidarität und die der internationalen Gemeinschaft zu zeigen», sagte Ban am Flughafen der Stadt Bangui, wo Zehntausende Menschen vor der Gewalt Schutz gesucht haben.

In einer Rede vor dem nationalen Übergangsrat, der bis kommendes Jahr eine Wahl vorbereiten soll, verglich er die Lage in der Zentralafrikanischen Republik mit jener in Ruanda, wo er am Montag zu einer Gedenkfeier anlässlich des Völkermords vor 20 Jahren erwartet wird.

«Die internationale Gemeinschaft hat die Bevölkerung Ruandas vor 20 Jahren im Stich gelassen», sagte Ban mit Blick auf die damalige zögerliche Reaktion auf die Massentötungen. «Und wir sind in Gefahr, heute nicht genug für die Bevölkerung der Zentralafrikanischen Republik zu tun. Ethnisch-religiöse Säuberungen sind eine Realität. Die meisten Mitglieder der muslimischen Minderheit sind geflohen.»

«Manche sagen, das ist eine vergessene Krise»

Christliche Milizen hatten in den vergangenen Monaten Muslime getötet und aus dem Land vertrieben - aus Vergeltung für Gräueltaten, die muslimische Rebellen während der Regierungszeit des Putschführers und Anfang Januar abgesetzten Präsidenten Michel Djotodia angeblich an Christen verübt hatten.

Ban traf auch mit Übergangspräsidentin Catherine Samba-Panza zusammen und besuchte trotz der schlechten Sicherheitslage eine der letzten noch betriebenen Moscheen in Bangui. Der UN-Generalsekretär betonte, dass er weiter daran arbeiten werde, dass die internationale Gemeinschaft sich für das Land einsetze. «Manche sagen, das ist eine vergessene Krise. Ich bin hier, um sicherzugehen, dass die Welt sie nicht vergisst.»

Blauhelme für die Zentralafrikanische Republik

Afrikanische Länder haben sich mit 6000 Soldaten an der zentralafrikanischen Friedensmission Misca beteiligt, allerdings begann der Tschad am Freitag mit dem Abzug seiner 850 Mann starken Truppe, nachdem diese beschuldigt worden war, sich auf die Seite der Muslime geschlagen und 32 Zivilisten getötet zu haben.

Auch Frankreich ist mit 2000 Soldaten in seiner ehemaligen Kolonie im Einsatz und bewacht dort unter anderem das Flüchtlingslager am Flughafen von Bangui. Die geplante Entsendung weiterer Soldaten aus der EU kommt hingegen nicht voran. Der UN-Sicherheitsrat will kommende Woche über eine Blauhelmmission für das Land abstimmen. Ban fordert dafür eine 12'000 Mann starke Truppe.

AP/ajk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch