UNO befürchtet neue Flüchtlingswelle aus Mosul

Die US-geführte Militärkoalition rückt weiter auf die vom IS beherrschte Grossstadt Mosul im Norden Iraks vor. Die UNO sorgt sich um die Sicherheit der Bewohner.

Die Vorbereitung zur Rückeroberung Mosuls laufen: Peschmerga-Kämpfer südöstlich der Stadt. (14. August 2016)

Die Vorbereitung zur Rückeroberung Mosuls laufen: Peschmerga-Kämpfer südöstlich der Stadt. (14. August 2016) Bild: Symbolbild/Keystone

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Die Vereinten Nationen rechnen bei der erwarteten Offensive gegen die IS-Hochburg Mosul mit einer Massenflucht aus der zweitgrössten Stadt des Iraks. Bis zu 1,2 Millionen Menschen könnten von humanitären Folgen der erwartenden Kämpfe zwischen der Armee und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) betroffen sein, warnte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag in Genf.

«Unter enorm schwierigen Bedingungen tun wir, was wir können, um im Irak weitere Lager zur Unterbringung von Flüchtlingen zu errichten und deren Not zu lindern», sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards. Die UNO-Organisation benötige dafür zusätzliche Grundstücke und mehr finanzielle Mittel. Die Millionenstadt Mosul ist nach der Eroberung von Falluja durch die Armee die letzte grosse IS-Bastion im Irak.

UNHCR appelliert an die Kampfparteien

Insgesamt sind laut UNHCR wegen jahrelanger Kämpfe im Irak 3,38 Millionen Menschen aus ihrer Heimat geflohen – unter ihnen viele Familien, die mehrfach vertrieben wurden. Der Irak sei derzeit das Land mit der weltweit schlimmsten humanitären Lage von Vertriebenen.

Angesichts des erwarteten Flüchtlingsstroms aus Mosul appellierte das UNHCR an die Kampfparteien, Rücksicht auf fliehende Menschen zu nehmen. «Es muss alles getan werden, um die Sicherheit und die Würde der Betroffenen zu gewährleisten», erklärte die Organisation.

Kämpfe in Kajjarah

Derweilen haben Irakische Spezialkräfte eine Offensive auf die Stadt Kajjarah gestartet, um die Ortschaft als Angriffsbasis für die Rückeroberung von Mosul nutzen zu können.

Seit dem Morgengrauen laufe der Angriff auf die nordirakische Stadt, die von der Miliz Islamischer Staat (IS) beherrscht wird, sagte Brigadegeneral Firas Baschar am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. An der Offensive seien Anti-Terror-Einheiten und die Armee beteiligt, fügte der Militärsprecher hinzu.

15'000 Zivilisten unter IS-Herrschaft vermutet

Unterstützung bekamen die Iraker demnach von der US-geführten Militärkoalition, die im Irak gegen den IS vorgeht. Ein Sprecher der Anti-Terror-Einheiten sagte, der Einsatz verlaufe gut und erreiche seine Ziele. Kajjarah werde vollständig von den Jihadisten befreit werden, was den Plänen zum «finalen Kampf zur Befreiung von Mosul» Auftrieb gebe. Die Einsatzkräfte arbeiteten auch mit bewaffneten Einwohnern der Stadt zusammen.

Kajjarah liegt rund 60 Kilometer südlich von Mosul, der Hochburg der IS-Jihadisten im Irak. Es ist das erklärte Ziel der irakischen Streitkräfte, Mosul in den kommenden Wochen oder Monaten vom IS zu befreien. In Kajjarah werden etwa 15'000 Zivilisten vermutet, die unter der IS-Herrschaft leben müssen.

Rasche Fortschritte

Der Bürgermeister des Bezirks Kajjarah sagte, es gebe Pläne, die Menschen, die noch in der Stadt ausharren, mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu versorgen. Die Hilfen würden verteilt, sobald die Stadt befreit sei, sagte Saleh al-Juburi.

Seinen Angaben zufolge machte die Offensive auf Kajjarah rasche Fortschritte. Schon Stunden nach deren Beginn hätten die Einsatzkräfte wichtige Posten besetzt und IS-Kämpfer getötet oder zur Flucht gezwungen.

(mch/sda)

Erstellt: 23.08.2016, 20:15 Uhr

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