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UNO lehnt russische Blauhelme auf Golanhöhen ab

Nach der Ankündigung Österreichs, seine UN-Blauhelmmission auf den Golanhöhen abzuziehen, hat Russland die Stationierung eigener Truppen vorgeschlagen. Der UNO-Sicherheitsrat will dies jedoch nicht.

Das Team erhält keine russische Unterstützung: Ein UNO-Fahrzeug verlässt den Stützpunkt der Vereinigten Nationen auf den Golanhöhen.
Das Team erhält keine russische Unterstützung: Ein UNO-Fahrzeug verlässt den Stützpunkt der Vereinigten Nationen auf den Golanhöhen.
Keystone

Die Vereinten Nationen haben die Stationierung russischer Blauhelmsoldaten auf den Golanhöhen abgelehnt. Als eines der fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats dürfe sich Russland an den Friedensmissionen der UNO nicht beteiligen, erklärte der Sprecher von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor angeboten, russische Soldaten als Ersatz für das österreichische Kontingent auf die Golanhöhen an der Grenze von Israel und Syrien zu entsenden.

Die Regierung in Wien hatte den Abzug ihrer Blauhelmsoldaten mit den Gefahren durch die schweren Kämpfe im syrischen Bürgerkrieg begründet. Russland ist der wichtigste Verbündete des syrischen Machthabers Bashar al-Assad.

Anhaltende Kämpfe

Trotz internationaler Appelle zur Einstellung der Kämpfe dauerten die Gefechte zwischen syrische Rebellen und Regierungstruppen auf dem Golan weiter an. Wie die oppositionellen Menschenrechtsbeobachter und lokale Aktivisten erklärten, gab es heftige Zusammenstösse in der eigentlich entmilitarisierten Pufferzone, nachdem Aufständische einige Stützpunkte der Armee angegriffen hätten.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte zuvor die Kämpfe verurteilt und beide Konfliktparteien aufgefordert, mit der UNO-Mission auf den Golan-Höhen zusammenzuarbeiten und die Sicherheit der Blauhelme zu gewährleisten.

Der Sicherheitsrat zeigte sich besorgt, dass militärische Operationen in dem Gebiet den seit langem anhaltenden Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien gefährden könnten.

Libanons Warnung

Die syrische Armee versuchte unterdessen nach der Eroberung der Provinzstadt Kusair, die Aufständischen weiter aus der Region an der Grenze zum Libanon zu verdrängen.

Die libanesische Armeeführung warnte derweil eindringlich vor einem Übergreifen des Syrien-Konflikts. In den vergangenen Tagen habe es Versuche «einiger Gruppen» gegeben, «die Spannungen anzuheizen».

Grösster humanitärer Appell aller Zeiten

Humanitäre UNO-Organisationen lancierten derweil den grössten internationalen Hilfsappell aller Zeiten. Die Hälfte der rund 21 Millionen Syrer werde bis Ende dieses Jahres von Nothilfe abhängig sein, befürchten sie. Dafür baten die Organisationen um insgesamt fünf Milliarden Dollar.

«Von den Geldern, um die wir bitten, hängt das Überleben leidender Syrer ab», betonte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, bei der Vorstellung des Aufrufs an die internationale Gemeinschaft in Genf.

Die Schweiz stockte ihrerseits die Hilfsmittel für Syrien um weitere 20 Millionen Franken auf. Der Betrag kommt zu den 30 Millionen Franken hinzu, welche die Schweiz seit Beginn der Krise zur Verfügung gestellt hat.

SDA/kpn

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