Zum Hauptinhalt springen

UNO-Experten: Syrien ist für Giftgasangriff verantwortlich

Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad hat nach einem Bericht für den UNO-Sicherheitsrat im April das Nervengas Sarin gegen die oppositionelle Stadt Khan Shaykhun eingesetzt.

foa
Versorgen Opfer mit Sauerstoff: Zivilschützer in Syrien stehen nach dem Chemiewaffeneinsatz am 4. April 2017 im Einsatz.
Versorgen Opfer mit Sauerstoff: Zivilschützer in Syrien stehen nach dem Chemiewaffeneinsatz am 4. April 2017 im Einsatz.
Reuters
Assad aus dem Amt zu jagen, hat höchste Priorität: Die US-Botschafterin der Vereinten Nationen Nikki Haley im UNO-Hauptquartier in New York. (27. März 2017)
Assad aus dem Amt zu jagen, hat höchste Priorität: Die US-Botschafterin der Vereinten Nationen Nikki Haley im UNO-Hauptquartier in New York. (27. März 2017)
Seth Wenig/AP, Keystone
Erklärung an den Kongress: Donald Trump hat schriftlich begründet, warum er den Befehl für den Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt gegeben hat. (8. April 2017)
Erklärung an den Kongress: Donald Trump hat schriftlich begründet, warum er den Befehl für den Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt gegeben hat. (8. April 2017)
Alex Brandon (AP), Keystone
Es ist dieselbe Stadt, die am 7. April angegriffen wurde.
Es ist dieselbe Stadt, die am 7. April angegriffen wurde.
EPA/Mohammed Badra
Die Zahl der Getöteten beträgt 15, darunter vier Kinder. Das staatliche syrische Fernsehen sprach von 13 Toten. (7. April 2017)
Die Zahl der Getöteten beträgt 15, darunter vier Kinder. Das staatliche syrische Fernsehen sprach von 13 Toten. (7. April 2017)
EPA/Mohammed Badra
«Der Aktion in Syrien muss zwingend eine breit angelegte Strategie folgen»: Hillary Clinton über den US-Raketenbeschuss.
«Der Aktion in Syrien muss zwingend eine breit angelegte Strategie folgen»: Hillary Clinton über den US-Raketenbeschuss.
Getty Images
Von einem solchen Schiff wurden die Raketen auf Syrien abgefeuert: Der Zerstörer USS Porter auf dem Mittelmeer. (9. März 2017)
Von einem solchen Schiff wurden die Raketen auf Syrien abgefeuert: Der Zerstörer USS Porter auf dem Mittelmeer. (9. März 2017)
U.S. Navy via AP, Keystone
Der zweite Zerstörer, der zum Einsatz kam, ist die USS Ross, hier an der Naval Station Rota in Spanien. (3. März 2017)
Der zweite Zerstörer, der zum Einsatz kam, ist die USS Ross, hier an der Naval Station Rota in Spanien. (3. März 2017)
U.S. Navy via AP, Keystone
Eine Rakete des Typs Tomahawk wird vom US-Zerstörer USS Ross abgefeuert. (7. April 2017)
Eine Rakete des Typs Tomahawk wird vom US-Zerstörer USS Ross abgefeuert. (7. April 2017)
US Navy, AFP
Kritik an US-Angriff: Wladimir Putin an einem Meeting mit dem usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev (nicht im Bild) in Moskau. (5. April 2017).
Kritik an US-Angriff: Wladimir Putin an einem Meeting mit dem usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev (nicht im Bild) in Moskau. (5. April 2017).
Pavel Golovkin, Keystone
Insgesamt 59 Präzisionsraketen werden aus dem Mittelmeer auf Syrien abgefeuert. (7. April 2017)
Insgesamt 59 Präzisionsraketen werden aus dem Mittelmeer auf Syrien abgefeuert. (7. April 2017)
US Navy, Keystone
Die Basis Shayrat liegt südöstlich der syrischen Stadt Homs im Westen des Landes. (7. April 2017)
Die Basis Shayrat liegt südöstlich der syrischen Stadt Homs im Westen des Landes. (7. April 2017)
US Navy, Keystone
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldet, die Raketen hätten grosse Zerstörung auf der Luftwaffenbasis angerichtet: Luftaufnahme der Basis vom letzten Herbst. (7. Oktober 2016)
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldet, die Raketen hätten grosse Zerstörung auf der Luftwaffenbasis angerichtet: Luftaufnahme der Basis vom letzten Herbst. (7. Oktober 2016)
US Department of Defense, AFP
Die Raketen wurden von den Kriegsschiffen USS Porter und USS Ross aus abgefeuert: Start einer Tomahawk-Rakete. (7. April 2017)
Die Raketen wurden von den Kriegsschiffen USS Porter und USS Ross aus abgefeuert: Start einer Tomahawk-Rakete. (7. April 2017)
US Navy, Keystone
Die US-Zerstörer sind im östlichen Mittelmeer stationiert. (Archivbild)
Die US-Zerstörer sind im östlichen Mittelmeer stationiert. (Archivbild)
US Navy, AFP
Von hier aus haben die USA mehrere Dutzend Raketen des Typs Tomahawk in Richtung Syrien abgeschossen. (Archivbild)
Von hier aus haben die USA mehrere Dutzend Raketen des Typs Tomahawk in Richtung Syrien abgeschossen. (Archivbild)
US Navy, AFP
Verteidigt den Luftschlag gegen Syrien mit eigenen Sicherheitsinteressen: US-Präsident Donald Trump spricht zu den Medien. (6. April 2017)
Verteidigt den Luftschlag gegen Syrien mit eigenen Sicherheitsinteressen: US-Präsident Donald Trump spricht zu den Medien. (6. April 2017)
Alex Brandon, Keystone
Hören die Rede von US-Präsident Donald Trump in Florida: Ivanka Trump neben Handelsminister Wilbur Ross. (6. April 2017)
Hören die Rede von US-Präsident Donald Trump in Florida: Ivanka Trump neben Handelsminister Wilbur Ross. (6. April 2017)
Alex Brandon, Keystone
Macht Assad für den Giftgas-Angriff in Syrien verantwortlich: US-Präsident Trump an einer Veranstaltung im Weissen Haus. (4. April 2017)
Macht Assad für den Giftgas-Angriff in Syrien verantwortlich: US-Präsident Trump an einer Veranstaltung im Weissen Haus. (4. April 2017)
Evan Vucci/AP, Keystone
Der US-Angriff ist eine Vergeltung für den mutmasslichen Giftgasangriff gegen syrische Zivilisten drei Tage zuvor: Ein Mann trägt ein verletztes Kind im Spital von Khan Sheikhoun. (4. April 2017)
Der US-Angriff ist eine Vergeltung für den mutmasslichen Giftgasangriff gegen syrische Zivilisten drei Tage zuvor: Ein Mann trägt ein verletztes Kind im Spital von Khan Sheikhoun. (4. April 2017)
Edlib Media Center/AP, Keystone
Die US-Regierung und europäische Politiker machen das Assad-Regime verantwortlich: Ein Arzt behandelt einen Knaben.
Die US-Regierung und europäische Politiker machen das Assad-Regime verantwortlich: Ein Arzt behandelt einen Knaben.
Qasioun News Agency/AP, Keystone
Tragödie in Syrien: Ein Kind wird nach der Giftgasattacke in Khan Sheikhoun behandelt.
Tragödie in Syrien: Ein Kind wird nach der Giftgasattacke in Khan Sheikhoun behandelt.
Mohamed al-Bakour, AFP
Nach dem vermuteten Giftgasanschlag ist das Krankenhaus, in dem die Opfer behandelt werden, unter Beschuss geraten.
Nach dem vermuteten Giftgasanschlag ist das Krankenhaus, in dem die Opfer behandelt werden, unter Beschuss geraten.
Mohamed al-Bakour, Keystone
Im Innern der Klinik kämpften Ärzte ums Überleben zahlreicher Opfer eines zuvor erfolgten Luftangriffs, bei dem nach Angaben von Aktivisten Giftgas eingesetzt wurde.
Im Innern der Klinik kämpften Ärzte ums Überleben zahlreicher Opfer eines zuvor erfolgten Luftangriffs, bei dem nach Angaben von Aktivisten Giftgas eingesetzt wurde.
Keystone
Angriffe, Kämpfe, Folter und Hinrichtungen: Ein zerstörtes Spital von Ärzte ohne Grenzen in Idlib, Syrien. (15. Februar 2016)
Angriffe, Kämpfe, Folter und Hinrichtungen: Ein zerstörtes Spital von Ärzte ohne Grenzen in Idlib, Syrien. (15. Februar 2016)
EPA/Sam Taylor, Keystone
Verheerende Folgen: Angriffe auf Spitäler und Schulen im Norden Syriens haben 50 Menschen das Leben gekostet.
Verheerende Folgen: Angriffe auf Spitäler und Schulen im Norden Syriens haben 50 Menschen das Leben gekostet.
AFP
Unter den getroffenen Krankenhäusern befinden sich auch Kliniken, die von Ärzte ohne Grenzen sowie dem UNO-Kinderhilfswerk Unicef unterstützt werden.
Unter den getroffenen Krankenhäusern befinden sich auch Kliniken, die von Ärzte ohne Grenzen sowie dem UNO-Kinderhilfswerk Unicef unterstützt werden.
Keystone
Es wird vermutet, dass auch russische Flugzeuge Krankenhäuser zerstört haben.
Es wird vermutet, dass auch russische Flugzeuge Krankenhäuser zerstört haben.
AFP
1 / 30

Die Bilder der Giftgasattacke auf Khan Shaykhun gingen um die Welt. Der Angriff löste einen Vergeltungsschlag der USA auf das syrische Militär aus. Nun heisst es auch offiziell: Syrien trägt die Schuld für den Tod von 90 Menschen.

Experten von den Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen haben die syrische Regierung für einen Angriff mit dem Nervengas Sarin am 4. April verantwortlich gemacht. Der Bericht stützt die ersten Ergebnisse der USA, Frankreichs und Grossbritanniens, denen zufolge ein syrisches Flugzeug eine Bombe mit Sarin auf die Stadt Khan Shaykhun abgeworfen hatte. Bei dem Vorfall wurden mehr als 90 Menschen getötet.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts lagen am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP vor. Darin hiess es, das Führungsgremium des Gemeinsamen Investigativmechanismus (JIM) sei «sich sicher, dass die Arabische Republik Syrien für die Freisetzung von Sarin in Khan Shaykhun verantwortlich ist».

Der JIM wurde von den UN und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen ins Leben gerufen. Er wurde gegründet, um die Verantwortlichen hinter Chemiewaffenangriffen in Syrien auszumachen. Syrien und sein enger Verbündeter Russland kritisieren dessen Arbeit und bestreiten einen Angriff.

«Unterstützung Syriens muss jetzt enden»

«Heute hat der Bericht bestätigt, was wir schon lange als wahr betrachtet haben», sagte die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley. In Anlehnung an Russland beklagte sie: «Trotz dieser unabhängigen Berichte haben wir noch immer einige Länder, die versuchen das Regime (in Syrien) zu unterstützen. Das muss jetzt enden.» Haley forderte den Weltsicherheitsrat auf, die klare Botschaft zu senden, dass der Einsatz chemischer Waffen nicht toleriert werde. Nach der Attacke auf Khan Shaykhun hatten die USA das syrische Militär zur Rechenschaft gezogen und einen Raketenangriff auf einen Luftwaffenstützpunkt gestartet.

Die Experten legten zudem fest, dass die Terrormiliz Islamischer Staat am 16. September 2016 Senfgas bei einem Angriff nahe Aleppo einsetzte. Zwei Tage vor Veröffentlichung des JIM-Berichts war im UN-Sicherheitsrat eine Resolution gescheitert, die die Arbeit der Expertengruppe um ein Jahr verlängert hätte. Russland hatte sein Veto eingelegt.

Die Erkenntnisse

Die Führungsgruppe des Gemeinsamen Investigativmechanismus (JIM) macht zur Sarin-Attacke auf die Stadt Khan Shaykhun im April dieses Jahres mit mehr als 90 Toten unter anderem folgende Angaben:

  • Ein Flugzeug liess am 4. April zwischen 6.30 und 7.00 Uhr morgens Munition über Chan Scheichun fallen.
  • Der Krater entstand an diesem Morgen und wurde durch die Wucht und hohe Geschwindigkeit einer Bombe erzeugt.
  • Die Zahl der betroffenen Menschen und der Nachweise von Sarin an dem Krater zehn Tage später deuten darauf hin, dass eine grosse Menge des Giftgases freigesetzt wurde. Dies steht im Einklang damit, dass das Sarin über eine Chemiebombe aus der Luft verbreitet wurde.
  • Die Symptome der Opfer, ihre Behandlung und das Ausmass des Vorfalls stimmen mit den Auswirkungen einer gross angelegten Vergiftung mit Sarin überein.
  • Sarinproben aus Chan Scheichun haben ergeben, höchstwahrscheinlich mit Ausgangsstoffen hergestellt worden zu sein, die zum ursprünglichen chemischen Bestand Syriens gehörten.

(dapd)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch