USA plädieren für Abzug ausländischer Truppen aus Libyen

Vor der Libyen-Konferenz in Berlin sprechen sich die USA für einen Truppenabzug aus. Der libysche Premier fordert derweil eine internationale Schutztruppe.

Sollen sich aus Libyen zurückziehen: Ausländische Truppen. (Archivbild) AP Photo/Mohammed Omar Aburas

Sollen sich aus Libyen zurückziehen: Ausländische Truppen. (Archivbild) AP Photo/Mohammed Omar Aburas

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Die USA haben sich vor der Libyen-Konferenz in Berlin für einen Abzug aller ausländischer Truppen aus dem Bürgerkriegsland ausgesprochen. Der Konflikt dehne sich immer weiter aus und gleiche zusehends Syrien, sagte ein Beamter des US-Aussenministeriums nach Angaben von Journalisten, die Aussenminister Mike Pompeo nach Berlin begleiteten. «Wir denken, dass alle ausländischen Truppen Libyen verlassen sollten», wurde der Regierungsbeamte zitiert.

Pompeo landete am Samstagabend in Deutschland, wie seine Sprecherin Morgan Ortagus auf Twitter mitteilte. Er nimmt für die US-Regierung an der Konferenz in Berlin teil, wo an diesem Sonntag Akteure rund um den Libyen-Konflikt zusammenkommen. Im Kern geht es bei der Konferenz darum, einen Stellvertreterkrieg wie in Syrien zu verhindern.

Eine jüngst vereinbarte Feuerpause soll gefestigt und ein bestehendes Waffenembargo konsequenter durchgesetzt werden. Erwartet werden unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, Russlands Staatschef Wladimir Putin und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Sarradsch fordert Schutztruppe

Zuvor war bekannt geworden, dass der Premierminister der international anerkannten Regierung Libyens, Fajes al-Sarradsch, eine internationale Schutztruppe für sein Land fordert. Sollte sein Gegenspieler, Chalifa Haftar, seine Offensive nicht einstellen, sei ein solcher Schutz nötig. In diesem Fall müsse die internationale Gemeinschaft aktiv werden und die libysche Zivilbevölkerung schützen, sagte Sarradsch der deutschen Tageszeitung «Welt am Sonntag» laut Vorabbericht.

Der abtrünnige General Haftar hatte bei einem Treffen in Moskau zu Beginn dieser Woche die Unterzeichnung eines Waffenstillstands abgelehnt. Er nimmt ebenso wie Premierminister Sarradsch am Sonntag an der internationalen Libyen-Konferenz in Berlin teil.

Im April letzten Jahres hatte Haftar seine Offensive gegen die libysche Hauptstadt Tripolis begonnen und war zuletzt nah an sie herangerückt. Allein beim Angriff auf ein Flüchtlingslager am Rand der Hauptstadt seien im Sommer etwa 50 Flüchtlinge getötet worden.

«Eine solche Schutztruppe muss unter dem Dach der Vereinten Nationen agieren. Dann müssen Fachleute beraten, wer daran teilnimmt, etwa die EU oder die Afrikanische Union oder die Arabische Liga», fügte Sarradsch hinzu. Er zeigte sich enttäuscht vom bisherigen Agieren der Europäischen Union in seinem Land. «Leider war die Rolle der Europäischen Union bisher sehr bescheiden», sagt er. «Sie ist den Herausforderungen in Libyen nicht gerecht geworden.»

(sda)

Erstellt: 19.01.2020, 03:17 Uhr

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