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Putin lässt sich im Syrien-Streit von Obama nicht erweichen

Der US-Präsident kann seinem russischen Amtskollegen am G20-Gipfel in China keine Feuerpause für Aleppo abringen. Der Bürgerkrieg tobt unterdessen an vielen Fronten weiter.

Verhärtete Fronten: Wladimir Putin (l.) und Barack Obama am Rande des G20-Gipfels in Hangzhou in China. (5. September 2016)
Verhärtete Fronten: Wladimir Putin (l.) und Barack Obama am Rande des G20-Gipfels in Hangzhou in China. (5. September 2016)
Alexei Druthinin/Sputnik/Kreml, AFP
Die beiden Präsidenten wollen die Gespräche für Lösungen im Syrien-Konflikt aber fortsetzen und weisen ihre Aussenminister an, eine neue Verhandlungsrunde zu starten.
Die beiden Präsidenten wollen die Gespräche für Lösungen im Syrien-Konflikt aber fortsetzen und weisen ihre Aussenminister an, eine neue Verhandlungsrunde zu starten.
Alexei Druthinin/Sputnik/Kreml, Keystone
US-Aussenminster John Kerry (l.) und der russische Aussenminister Sergei Lawrow gestanden ein, trotz intensiver Bemühungen nichts erreicht zu haben, hier in einer Aufnahme vom 26. August aus Genf.
US-Aussenminster John Kerry (l.) und der russische Aussenminister Sergei Lawrow gestanden ein, trotz intensiver Bemühungen nichts erreicht zu haben, hier in einer Aufnahme vom 26. August aus Genf.
Martial Trezzini, Keystone
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Die Präsidenten der USA und Russlands, Barack Obama und Wladimir Putin, haben im direkten Gespräch keinen Durchbruch für eine Waffenruhe in Syrien erreicht. Die diplomatischen Bemühungen sollen aber fortgesetzt werden, liessen sie nach ihrem 90-minütigen Treffen heute am Rande des G20-Gipfels im chinesischen Hangzhou verlauten.

Bereits am Vortag hatte Obama von tiefen Meinungsverschiedenheiten gesprochen. «Wenn die Russen nicht Zugeständnisse machen, die Kämpfe zu reduzieren und die humanitäre Krise zu lindern, wird es schwierig, die nächste Phase zu erreichen», sagte Obama. Die russische Luftwaffe bahnt mit ihren Angriffen den syrischen Regierungstruppen von Präsident Bashar al-Assad den Weg.

IS bekennt sich zu Anschlag auf Kurden

Die Kämpfe in Syrien gingen währenddessen weiter. Eine Anschlagsserie in von Regierungstruppen kontrollierten Gebieten tötete mindestens 43 Menschen. Zu einem der Anschläge bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat, die am Wochenende nach türkischen Angaben aus allen nordsyrischen Grenzorten zwischen Dscharablus und Asas vertrieben worden war. Der IS übernahm über sein Sprachrohr Amak die Verantwortung für einen Selbstmordangriff in der nordöstlichen Stadt Hassake.

Unter den Toten seien drei syrisch-kurdische Polizisten gewesen. Fast zeitgleich wurden Anschläge in Homs, Tartus und dem Damaszener Vorort Sabbura verübt, für die der IS aber zunächst keine Verantwortung übernahm.

Autobombe auf einer Brücke

Der folgenschwerste Angriff fand auf einer Fernstrasse in die Regierungshochburg Tartus statt. Angreifer zündeten eine Autobombe auf einer Brücke der Küstenstrasse, ein Selbstmordattentäter sprengte sich in die Luft, als Menschen zur Hilfe eilten.

Die Syrische Beobachtungsstelle in London meldete unter Berufung auf ihr Aktivistennetzwerk in Syrien 35 Tote und Dutzende Verletzte. Russlands Marine ist im Hafen von Tartus stationiert.

Kerry und Lawrow brechen Gespräche ab

Obama und Putin wiesen nach Angaben aus US-Regierungskreisen ihre Chefdiplomaten an, so schnell wie möglich eine neue Verhandlungsrunde zu beginnen. Das könnte möglicherweise noch in dieser Woche geschehen. Beide Präsidenten wollten insbesondere nach einem Weg suchen, humanitäre Hilfe für Zehntausende Zivilisten in umkämpfte Gebiete zu bringen. Dies gelte vor allem für die von syrischen Regierungstruppen belagerte Stadt Aleppo.

US-Aussenminister John Kerry und sein russischer Sergej Lawrow hatten Stunden vor dem Treffen ihrer Präsidenten eingeräumt, bei ihrer jüngst beendeten Gesprächsrunde trotz intensiver Bemühungen nichts erreicht zu haben.

Die syrischen Regierungstruppen hatten noch während der Gespräche Fakten auf dem Schlachtfeld geschaffen, indem sie die Rebellen in der geteilten Stadt Aleppo erneut belagerten. Die Regime-Einheiten rückten am Sonntag südlich der geteilten Metropole vor. Sie schnitten so den Versorgungskorridor in die Rebellengebiete im Ostteil der Stadt ab, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

SDA/mch/rub

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