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US-Koalition tötet viele Zivilisten in Syrien

Die Bombardierungen von Orten unter IS-Kontrolle haben zahlreiche Opfer gefordert. In vom Regime belagerten Städten sind derweil Hilfskonvois eingetroffen.

Hilfe für Fuaa und Kafraja: Oppositionelle Kräfte eskortieren einen Konvoi mit Medikamenten und Nahrung. (17. Februar 2016)
Hilfe für Fuaa und Kafraja: Oppositionelle Kräfte eskortieren einen Konvoi mit Medikamenten und Nahrung. (17. Februar 2016)
Omar Haj Kadour, AFP

Die US-geführte Koalition hat nach Angaben von Menschenrechtsbeobachtern ihre Luftangriffe gegen die IS-Terrormiliz im Nordosten Syrien verstärkt. Bei den Luftschlägen sollen in zwei Tagen insgesamt 48 Zivilisten getötet worden sein.

Am Donnerstag seien bei Bombardements südlich der Stadt Hasaka mindestens 15 Menschen gestorben, darunter drei Kinder, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR). Die Koalition habe mehrere Orte unter IS-Kontrolle bombardiert.

Bereits am Vortag hatte das Bündnis in der Region Angriffe geflogen, um eine Offensive der Kurden-Miliz YPG gegen den IS zu unterstützen. Bei der YPG handelt es sich um den bewaffneten syrischen Arm der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Volksschutzeinheiten beherrschen grosse Teile des Grenzgebiets zur Türkei. Sie sind in Syrien der wichtigste Partner des Westens im Kampf gegen den IS.

UNO-Hilfslieferungen laufen an

Zugleich wurden in fünf belagerten syrischen Städten rund 100 Lastwagen mit Hilfsgütern für 80'000 Menschen ausgeladen. Die Konvois mit Nahrungsmitteln und Medikamenten waren in den vom Regime abgeriegelten Orten Muadamija, Madaja und Sabadani sowie in den von Rebellen umstellten Orten Fuaa und Kafraja eingetroffen.

Die Menschen dort brauchen dringend Hilfe. Laut UNO leben mehr als 400'000 Syrer in belagerten Gebieten. Hilfsorganisationen hatten in den vergangenen Wochen von Dutzenden Toten durch Mangelversorgung berichtet.

Die Hilfskonvois sollen möglichst bald weitergehen. Die am Mittwoch eingetroffenen Konvois seien nur die erste von vielen Lieferungen, sagte die Sprecherin der UNO-Organisation für humanitäre Hilfe (OCHA), Linda Tom. Die UNO hofft nach eigenen Angaben, die vom IS belagerten Teile der Stadt Dair as-Saur im Osten Syriens bis Ende nächster Woche aus der Luft versorgen zu können.

Kaum Aussichten auf Kampfpause

Auf die Lieferungen hatten sich die USA, Russland und andere Staaten Ende vergangener Woche in München geeinigt. Das Abkommen sieht auch eine Feuerpause vor, die am Freitag in Kraft treten soll.

Allerdings nahm die Gewalt in vielen Teilen des Landes in den vergangenen Tagen zu. Im Kampf gegen die Rebellen verschärfte Russlands Luftwaffe als Verbündeter des Regimes laut Aktivisten ihre Angriffe.

Die Europäische Union hat offensichtlich gesicherte Erkenntnisse darüber, dass die russischen Streitkräfte in Syrien noch immer moderate Oppositionsgruppen ins Visier nehmen. Im jüngsten Entwurf für die Abschlusserklärung des EU-Gipfels an diesem Donnerstag und Freitag werden Russland und das syrische Regime aufgefordert, Angriffe auf moderate Oppositionsgruppen unverzüglich zu beenden. Diese verschärften die Flüchtlingskrise und kämen dem IS zunutze.

SDA/mlr

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